Frankfurt/Main (dpa) - Zweifel an einem raschen Schuldenabbau in Italien sowie Sorgen wegen neuer Hinweise auf ein iranisches Atomwaffen-Programm haben den Dax deutlich ins Minus gedrückt.

Zum Auftakt hatte noch die Rücktrittsankündigung von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi für kräftige Gewinne gesorgt. Allerdings sei kein Termin für den Rücktritt genannt worden, hieß es nun von Marktteilnehmern.

Der Dax fiel um 2,21 Prozent auf 5829,54 Punkte. Für den MDax ging es um 2,13 Prozent auf 8871,38 Punkte abwärts und auch der TecDax gab 1,54 Prozent auf 691,65 Punkte ab. Ein Händler verwies vor allem auf die steigenden Renditen auf italienische Staatsanleihen als Begründung für die Verluste am Markt. Diese «rennen plötzlich wieder nach oben und das löst große Sorgen am Aktienmarkt aus», sagte er.

Handelsvorstand Florian Weber von der Schnigge Wertpapierhandelsbank machte vor allem die politische Unsicherheit im Iran als einen der Hauptbelastungsfaktoren aus. «Die aktuelle Situation ist nicht von Berlusconi abhängig, viel stärker tut die Lage im Iran weh.» Aus aktuellen Berichten hieß es, dass der Iran zumindest bis 2010 an einer Atombombe gebaut habe. Zudem betonte Präsident Mahmud Ahmadinedschad inzwischen, dass der Iran sein Atomprogramm fortsetzen werde.

Aus dem Dax legten Eon, die Deutsche Post und Henkel Zahlen vor. Die Deutsche Post konnte mit «fantastischen» Zahlen punkten, wie ein Börsianer sagte. Das hievte die Aktien mit einem Plus von 3,79 Prozent auf 11,10 Euro an die Dax-Spitze. Die Papiere von Eon hielten sich mit minus 1,72 Prozent etwas besser als der Gesamtmarkt. Henkel-Titel allerdings büßten überdurchschnittliche 4,50 Prozent auf 41,61 Euro ein. Die Zahlen waren laut Händlern schwächer als erwartet ausgefallen.

Die Papiere der Allianz verbilligten sich um 4,96 Prozent. Finanzwerte wie die Munich Re, Deutsche Bank und Commerzbank sanken ebenfalls deutlich. Europaweit gerieten Versicherer wegen der wieder stark aufflammenden Sorgen um Italien kräftig unter Druck.

Der EuroStoxx 50 sank um 2,34 Prozent auf 2249,39 Punkte, auch die Leitindizes in London und Paris gaben nach. Der Dow Jones in New York lag zum europäischen Handelsschluss ebenfalls im Minus.