Frankfurt/Main (dpa) - Zweifel an einem raschen Schuldenabbau in Italien sowie Sorgen wegen neuer Hinweise auf ein iranisches Atomwaffen-Programm haben den Dax deutlich ins Minus gedrückt.

Zum Auftakt hatte noch die Rücktrittsankündigung von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi für kräftige Gewinne gesorgt. Eine Veränderung in der italienischen Regierung ändere nichts an den massiven finanziellen Problemen des Landes, hieß es nun von Marktteilnehmern.

Der Dax fiel zuletzt um 1,94 Prozent auf 5845 Punkte. Für den MDax ging es um 1,65 Prozent auf 8914 Punkte abwärts und auch der TecDax gab 1,03 Prozent ab auf 695 Punkte. Ein Händler verwies für die Verluste am Markt vor allem auf die steigenden Renditen auf italienische Staatsanleihen.

Diese «rennen plötzlich wieder nach oben und das löst große Sorgen am Aktienmarkt aus», sagte er. Handelsvorstand Florian Weber von der Schnigge Wertpapierhandelsbank machte vor allem die politische Unsicherheit im Iran als einen der Hauptbelastungsfaktoren aus. «Die aktuelle Situation ist nicht von Berlusconi abhängig, viel stärker tut die Lage im Iran weh.» Aus aktuellen Berichten hieß es, dass der Iran zumindest bis 2010 an einer Atombombe gebaut habe. Zudem betonte Präsident Mahmud Ahmadinedschad inzwischen, dass der Iran sein Atomprogramm fortsetzen werde.

Aus dem Dax legten Eon, die Deutsche Post und Henkel Zahlen vor. Die Deutsche Post konnte mit «fantastischen» Zahlen punkten, wie ein Börsianer sagte. Das hievte die Aktien mit einem Plus von mehr als vier Prozent an die Dax-Spitze. Die Papiere von Eon dagegen verloren 1,75 Prozent und die von Henkel büßten sogar 5,42 Prozent ein.