Detroit/Rüsselsheim (dpa) - Der gute Lauf des Autobauers Opel findet vorerst ein jähes Ende: Die Tochter des US-Autoriesen General Motors rutschte im dritten Quartal zurück in die roten Zahlen, nachdem sie im zweiten Quartal zum ersten Mal seit Jahren wieder einen Gewinn geschrieben hatte.

Das Unternehmen machte am Montag die unsichere wirtschaftliche Lage für den Dämpfer verantwortlich Das Europageschäft mit den Hauptmarken Opel und Vauxhall verlor operativ 292 Millionen Dollar (214 Mio Euro), wie GM mitteilte. Das war zwar deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum mit einem operativen Verlust von 559 Millionen Dollar. Doch das zweite Quartal hatte Hoffnung auf mehr gemacht. Mit seinen Problemen steht GM aber nicht alleine da: Auch der große US-Rivale Ford hatte in Europa zuletzt einen Verlust verdauen müssen.

Das GM-Management hatte bereits darauf hingewiesen, dass es zum Jahresende mit schwächeren Geschäften rechne. Das Ziel, im Gesamtjahr auf operativer Basis und vor Kosten für den Opel-Umbau eine schwarze Null in Europa einzufahren, gab GM angesichts der Turbulenzen wegen der Schuldenkrise auf. Die Amerikaner konnten im dritten Quartal mit 279 000 Fahrzeugen der Marken Opel und Vauxhall lediglich 2 Prozent mehr Autos verkaufen als im Vorjahreszeitraum.

Konzernweit stieg die Zahl der verkauften Autos dagegen um 9 Prozent auf mehr als 2,2 Millionen. Der Umsatz legte um 8 Prozent auf 36,7 Milliarden Dollar zu. Ein ums andere Mal erwies sich dabei der Heimatmarkt Nordamerika als Stütze. Hier verdient GM nach überstandener Insolvenz im Jahr 2009 und harten Kostensenkungen wieder den mit Abstand größten Teil seines Geldes.

Allerdings reichte ein kleines Gewinnplus daheim nicht aus, um die Rückgänge im Rest der Welt aufzufangen. Auch in Südamerika schrieb GM einen Verlust. Insgesamt kam der Konzern im Zeitraum Juli bis September auf einen Gewinn von unterm Strich 1,7 Milliarden Dollar - nach rund 2,0 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Konzernchef Dan Akerson sprach in einer Mitteilung von einem «soliden Quartal» und rühmte insbesondere die Verkaufserfolge in den USA und im wichtigen chinesischen Markt. «Aber solide ist nicht gut genug, erst Recht nicht in einem rauen weltwirtschaftlichen Umfeld.» Auch für das letzte Jahresviertel zeigte sich Akerson zurückhaltend. Im frühen New Yorker Handel brach die Aktie um 8 Prozent ein.

GM-Mitteilung