Köln (SID) - Eishockey-Bundestrainer Jakob Kölliker hat die Hoffnung auf eine Rückkehr von Florian Busch noch nicht aufgegeben. "Ich hoffe, dass er sich früher oder später zur Nationalmannschaft bekennt", sagte der Schweizer vor seiner Premiere als Chefcoach des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) beim Deutschland Cup am kommenden Wochenende dem SID.

Der Berliner Stürmer Busch hatte im Februar offiziell seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, nachdem er wegen einer verweigerten Dopingkontrolle im März 2008 fast zwei Jahre nicht mehr für den DEB gespielt hatte. Die erste Antwort auf Köllikers Frage nach einem Comeback war "negativ" gewesen, so der Schweizer.

"Wir wollen ihn nicht vergewaltigen", sagte Kölliker, "es ist sein freier Entscheid. Ich bleibe sanft dran. Aber es muss aus dem Inneren des Spielers kommen." Der 26-jährige Busch zählte in den vergangenen Jahren zu den besten deutschen Stürmern, schon Köllikers Vorgänger Uwe Krupp hatte ihn zu einem Comeback bewegen wollen.

Der Berliner hatte am 6. März 2008 zu Hause Besuch von den Kontrolleuren der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) erhalten und sich geweigert, eine Urinprobe abzugeben. Einige Stunden später holte er sie unter Aufsicht des DEB nach, sie fiel negativ aus. Vom Verband wurde er nur verwarnt, deshalb nahm er auch noch an der WM 2008 in Kanada teil.

Nach einer Klage der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS wegen Verstoßes gegen die Dopingrichtlinien folgte ein 14-monatiges Tauziehen, das mit der Höchststrafe endete: Im Juni 2009 wurde Busch zwei Jahre gesperrt. Ende 2009 hob das Schweizer Bundesgericht die Sperre auf, weil es den CAS nicht für zuständig erachtete.

Bei Olympia 2010 verzichtete der DEB auf Busch, weil die erforderliche Fristen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nicht eingehalten werden konnten. Bei der Heim-WM im selben Jahr fehlte der Berliner verletzt.