Frankfurt/Main (dpa) - Die Finanzmärkte bleiben trotz des angekündigten Rücktritts von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi in Alarmstimmung: Die Aktienmärkte steckten am Mittwoch tief im Minus und der Euro verlor kräftig zum Dollar.

Für Italien am schlimmsten: Die Zinsen, die der Kapitalmarkt für frisches Geld verlangt, steigen auf gefährliche Höhen. Nach Einschätzung des Finanzmarktexperten Folker Hellmeyer ist Italien angesichts seiner wirtschaftlichen Stärken zu Unrecht ins Visier der Märkte geraten.

Der Euro fiel zeitweise unter die Marke von 1,36 US-Dollar, das sind rund als 2,5 US-Cent weniger als tags zuvor. Die europäischen Aktienmärkte sackten - nach einem kurzen Abstecher in die Gewinnzone - kräftig ins Minus.

Eine Veränderung in der italienischen Regierung ändere aber nichts an den massiven finanziellen Problemen des Landes, hieß es nun von Marktteilnehmern. Handelsvorstand Florian Weber von der Schnigge Wertpapierhandelsbank machte die politische Unsicherheit im Iran als einen der Faktoren aus. «Die aktuelle Situation ist nicht von Berlusconi abhängig, viel stärker tut die Lage im Iran weh.»

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA geht inzwischen davon aus, dass der Iran an einer Atombombe baut. Es halten sich Gerüchte, dass Israel die Anlagen bombardieren will.

Zeitweise lag der deutsche Leitindex Dax 3,1 Prozent unter dem Vortagsstand. Für den Eurostoxx 50 der wichtigsten europäischen Werte ging es bis zu 2,5 Prozent nach unten. An der Spitze der Verliererliste standen die Aktien von Versicherern und Banken.

Die Rendite für zehnjährige italienischen Staatsanleihen ist am Mittwoch erstmals seit der Einführung des Euro über die kritische Marke von sieben Prozent gestiegen. Damit wird frisches Geld vom Kapitalmarkt für Rom immer teurer.