Los Angeles (dpa) - Eine schwulenfeindliche Äußerung kostet «Rush Hour»-Regisseur Brett Ratner einen prestigeträchtigen Job. Der 42-jährige Filmemacher hat am Dienstag seine Kündigung bei der Oscar-Akademie eingereicht.

Eigentlich sollte Ratner im kommenden Februar als Produzent die nächste Oscar-Gala auf die Beine stellen. Davon nimmt der Regisseur nach öffentlicher Kritik an jüngsten Aussagen nun Abstand. Akademie-Vorsitzender Tom Sherak bestätigte Ratners Rückzug. «Worte haben Bedeutung und sie haben Konsequenzen. Brett ist ein guter Mensch, aber seine Kommentare waren inakzeptabel».

Ratner hatte unlängst in einer Talkshow offen über sein Sexleben geplaudert. In einer Fragerunde nach der Vorstellung seines neuen Films «Aushilfsgangster» ließ er dann noch die Bemerkung «Proben sind nur etwas für Schwuchteln» fallen, berichtete das Branchenblatt «Hollywood Reporter». Am Dienstag entschuldigte sich Ratner für seine «verletzenden und dummen» Äußerungen und schmiss das Handtuch.

Im August war Ratner als Produzent der Oscar-Gala zusammen mit dem Fernsehproduzenten Don Mischer angeheuert worden. Für Ratner wäre es der erste Oscar-Auftritt gewesen, Mischer half bereits bei der Trophäen-Gala im vergangenen Februar mit. Beide sollten dafür sorgen, dass die mehrstündige Show weltweit perfekt über die Bildschirme geht. Über einen möglichen Nachfolger für Ratner wurde zunächst nichts bekannt.

Im September hatten Ratner und Mischer den Komiker Eddie Murphy (50) für die Rolle des Gastgebers der Oscar-Gala angeheuert. Murphy ist ein guter Freund Ratners, er spielt auch eine der Hauptrollen in «Aushilfsgangster». Zum ersten Mal würde er durch die Glamour-Show im Kodak Theatre führen. Es war zunächst unklar, ob Ratners Rücktritt auch für Murphy Folgen haben könnte. Die Oscar-Trophäen werden am 26. Februar zum 84. Mal vergeben.

Vor seiner Karriere in Hollywood mit Filmen wie «Rush Hour», «X-Men: Der letzte Widerstand» und «Roter Drache» machte sich Ratner als Regisseur von Musikvideos einen Namen. Er arbeitet mit Größen wie Madonna, Mariah Carey und P. Diddy zusammen. Jackie Chan verhalf er mit den «Rush Hour»-Actionkomödien zu Weltruhm.