Köln (SID) - Das Kartellamt scheint keine Einwände mehr gegen ein Rechtepaket mit "Internet-Sportschau" zu haben, die Deutsche Fußball Liga (DFL) will noch in diesem Jahr die Bundesliga-TV-Rechte für den Zeitraum 2013 bis 2017 ausschreiben. Das bestätigte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert der Süddeutschen Zeitung (Donnerstagsausgabe).

Mindestens ein Paket beinhaltet das Aus der klassischen Sportschau, die zusammenfassend die ersten frei empfangbaren Bilder von den Samstagsspielen der Bundesliga sendet. "Das vorgelegte Konzept umfasst insgesamt 23 Rechtepakete", sagte Seifert, "davon sind zwölf reine Live-Pakete. Die Pakete der Highlight-Berichterstattung verteilen sich auf ein Klassik-Szenario, das im Wesentlichen der bisherigen Verwertung entspricht. Daneben steht ein Szenario, das wir 'Neue Medien' nennen. Zentraler Unterschied ist, dass die erste frei empfangbare Zusammenfassung der Highlights der Samstagsspiele über Internet und mobile Endgeräte angeboten wird."

Dieses Szenario hielt das Bundeskartellamt lange für diskussionswürdig, im vergangenen Sommer erteilte es vorbehaltlich der Klärung von Einzelfragen grundsätzlich sein Okay. Im klassischen Fernsehen könnte damit erst von 21.45 Uhr an berichtet werden. Das Kartellamt führt derzeit noch eine Marktbefragung durch, die europäischen Kartellbehörde in Brüssel muss dem gesamten Ausschreibungskonzept noch zustimmen.

Seifert forderte in der SZ auch die ARD indirekt auf, sich für eine über das Web verbreitete Zusammenfassung der Samstagspiele zu bewerben. "Die Mediennutzung verändert sich. Rechteanbieter können diese Entwicklung nicht ignorieren. Genauso wenig wie übrigens private Medienunternehmen und öffentlich-rechtliche Anstalten, die beide erheblichen Aufwand treiben, um sich in den neuen Medien entsprechend zu positionieren", sagte Seifert.

Ziel ist vor allem, mit dem Alternativmodell der "Internet-Sportschau" dem Pay-TV-Partner Sky mehr Exklusivität und der Liga damit mehr Geld als die bislang durchschnittlich 412 Millionen Euro pro Jahr zu sichern. Die ARD zahlt aktuell für die Sportschau 75 Millionen Euro im Jahr. Um erneut an die Rechte zu kommen, muss die ARD in Zukunft wohl deutlich mehr zahlen.