Magdeburg (dpa) - Der von vermummten Fans bedrohte Fußballer Daniel Bauer vom Regionalligisten 1. FC Magdeburg hat erneut schwere Vorwürfe gegen seinen Verein erhoben. Nach den wüsten Beschimpfungen von einigen sogenannten Fans hatte er vom Verein eine eindeutige Position eingefordert.

«Der Mannschaftsrat hat genau eine Woche vor diesem Vorfall die Vereinsführung auf die Eskalationen hingewiesen. Wir haben Rückendeckung gefordert. Aber die bekamen wir nicht. Im Gegenteil», sagte Bauer in einem Interview mit der «Sport Bild». Er betonte: «Der Präsident wurde mit dem Satz 'Sandhowe und Bauer sollen nicht jammern, denn wir haben die besten Fans der Welt' in der Zeitung zitiert.» FCM-Präsident Peter Fechner habe damit laut Bauer Öl ins Feuer gegossen.

Zudem habe der Verein eine Pressemitteilung, in der sinngemäß nur stand, dass Bauer im Derby gegen den Halleschen FC aus persönlichen Gründen fehle, nicht mit ihm oder seinem Berater abgestimmt. Dennoch plant der Verein weiter mit seinem Leistungsträger, obwohl sich dieser eine Rückkehr kaum vorstellen kann. «Wer will in Magdeburg meine Sicherheit gewährleisten? Der Club kann dies bestimmt nicht», meinte Bauer, der nach Morddrohungen gegen ihn und den Fan-Beschimpfungen das Verhalten einiger Anhänger kritisiert hatte. Wenig später wurde er als Kapitän abgesetzt.

Bei einer Pressekonferenz sprach DFB-Ehren-Vizepräsident Hans-Georg Moldenhauer zuletzt von einem bedauerlichen Rückschritt bei diesem Thema. Er legte aber Wert auf die Feststellung, dass insgesamt eine positive Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten herrsche und präventive Maßnahmen weiter ausgebaut werden müssten. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht betonte, dass die Ermittlungen zielgerichtet weitergeführt werden. Juristisch gesehen stelle die Tat allerdings kein Verbrechen, sondern «nur» eine Nötigung dar.