Berlin (dpa) - Auch gut zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer in Deutschland hinkt der Osten dem Westen wirtschaftlich noch immer deutlich hinterher.

Das geht nach Informationen der Online-Ausgabe der «Mitteldeutschen Zeitung» aus dem neuen Bericht zum Stand der deutschen Einheit der Bundesregierung hervor, der heute in Berlin vorgelegt wird. Demnach stagniert der Osten sowohl beim Bruttoinlandsprodukt als auch bei der Produktivität zwischen 70 und 80 Prozent des Westniveaus. Teilweise falle er sogar wieder zurück.

Der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Christoph Bergner (CDU), forderte, der Osten müsse sich mehr auf die eigenen Stärken besinnen. «Wir liegen in Ostdeutschland jetzt bei 73 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das die Einwohner Westdeutschlands im Durchschnitt erwirtschaften», sagte er der Zeitung. Diese Lücke könne nicht «durch eine nachholende Perspektive» geschlossen werden. «Der Osten sollte sich stattdessen auf seine eigenen Stärken stützen und als selbstbewusster Teil des vereinten Deutschlands den Herausforderungen stellen, vor denen Deutschland jetzt steht.» Das seien die Energiewende und der demografische Wandel.