Valencia (SID) - Weltmeister Stefan Bradl hat gleich bei seinem ersten Test mit einem MotoGP-Motorrad eine beeindruckende Vorstellung gezeigt und steht dicht vor dem Aufstieg in die Königsklasse. Nach seiner offiziellen Krönung zum Moto2-Champion drehte der 21-Jährige aus Zahling ebenfalls in Valencia an zwei Tagen insgesamt 123 Runden auf einer MotoGP-Honda und war dabei sogar fast schon in Reichweite von Superstar Valentino Rossi.

"Ich glaube, wir werden in naher Zukunft zusammenarbeiten", sagte der 21-Jährige am Mittwoch nach einem kurzen Meeting mit den Verantwortlichen vom LCR-Team des früheren Rennfahrers Lucio Ceccinello, die Bradl eine Bewährungschance gegeben hatten. "Es gibt noch einige Dinge abzuklären. Absolut sicher ist es noch nicht, aber wir sind auf einem guten Weg", sagte Bradl bei Sport1.

Der Sohn des ehemaligen Vizeweltmeisters Helmut Bradl wäre der erste deutsche Pilot in der Königsklasse seit Alex Hoffmann. Der heutige Sport1-Kommentator war zuletzt in der WM-Saison 2007 für Ducati in der größten der drei Klassen gestartet.

Bradl fehlte beim ersten Test weniger als eine halbe Sekunde auf die Zeit des italienischen Ducati-Piloten Rossi. "Diesen Tag werde ich wohl nicht so schnell vergessen, das ist echt ein großartiges Erlebnis. Es ist alles perfekt, da merkt man doch, dass dies die Königsklasse ist. Das ist hier eine tolle Sache, und ich hatte heute riesigen Spaß", sagte Bradl.

Weil der Test kurzfristig von zunächst einem Tag auf zwei Tage ausgedehnt wurde, war Bradl auch am Mittwoch noch in Valencia im Einsatz. Der Weltmeister absolvierte 61 Runden und bestätigte die Leistung des Vortages, auch wenn der Rückstand zu Rossi mit acht Zehntelsekunden etwas größer war. "Zum Schluss war ich körperlich etwas fertig. Ich merke jetzt, dass die letzten Tage sehr anstrengend waren. Ich bedanke mich vielmals bei Honda und beim Team LCR für dieses tolle Erlebnis", sagte Bradl.

Tags zuvor hatte Bradl den Tschechen Karel Abraham hinter sich gelassen, der 2011 die komplette MotoGP-Saison bestritten hat. Zu den Honda-Werkspiloten Dani Pedrosa und Weltmeister Casey Stoner fehlten zwar zwei Sekunden, diese beiden waren aber auch in einer eigenen Welt unterwegs und mehr als eine Sekunde schneller als der Rest.

"Das beeindruckt mich, was Stefan da hingelegt hat", sagte Bradls Vater Helmut: "Er stellt sich perfekt an und ist für den ersten Tag richtig schnell dabei, eine Zehntelsekunde schneller als Karel Abraham, der schon ein ganzes Jahr auf der MotoGP unterwegs ist. Allerdings habe ich von ihm auch nichts anderes erwartet, denn er ist halt so, und das beeindruckt mich."