Berlin (dpa) - There's something in the air: Treffender ließe sich die Stimmung im Berliner Astra Kulturhaus wohl kaum beschreiben. Das Duo Digitalism zündete vom ersten Takt an und ließ den rund 1800 Fans keine Atempause. Anderthalb Stunden lang widerlegte das Hamburger Electro-House-Duo mit seinem Drummer die Kritik am letzten Album «I love you, Dude» - so hart kann Pop klingen.

Schon am Eingang mussten sich die Fans in eine unerwartet lange Schlange einreihen; entsprechend voll war es dann im Inneren - ausverkauft. Und die Massen waren nicht gekommen, um unbeeindruckt rumzustehen. Bereits der Voract brachte die Hälfte der Halle zum Springen. Als dann das Licht aus und die drei Herzen von Digitalism angingen, breitete sich die Euphorie bis auf die hintersten Reihen aus. Spätestens bei «I Want I Want», dem Höhepunkt des Intros, zeichnete sich ab, dass dies ein heißer Ritt werden würde.

Was danach folgte, klang nach einem gigantischen Medley. Gekonnt wurden Klangstrukturen grazil aufgebaut, mit knallharten Bässen unterfüttert und spätestens beim Anklingen der Melodie gab es kein Halten mehr - es herrschte eine Stimmung wie zur besten Zeit in den angesagten Clubs der Hauptstadt, dem «Berghain», «Watergate» oder neuerdings auch «Gretchen».

Nach diesem Schema ging es durch den Digitalism-Kosmos. Hier zeigte sich auch das Händchen der Jungs, die neuen, in der Musikpresse oft als zu poppig kritisierten Tracks gekonnt in ein überzeugendes Gesamtkunstwerk zu verpacken. Dass dieses Stimmungshoch von der ersten bis zur letzten Minute durchgehalten werden konnte, lag nicht zuletzt an der Bühnenpräsenz von Digitalism. Bei den wenigen Gesangseinlagen trug der Klangteppich die Stimme von Jens Moelle, statt sie unter sich zu begraben und schuf so noch mehr Atmosphäre.

Das von allen sehnlichst erwartete «Pogo» bildete den krönenden Abschluss des Berlin-Konzerts im Rahmen der «I Love You Dude»-Tour. Die führt Digitalism im November noch nach München (10.), Wien/Österreich (14.), Fribourg/Schweiz (15.), Frankfurt/Main (16.) und Hamburg (18.). Danach geht es für Moelle und Kompagnon Ismail Tuefekci über den Atlantik zu einer Tour quer durch die USA.

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