Bonn/Frankfurt (dpa) - Kein Schwächeln bei der Deutschen Post: Vor allem das brummende Asien-Geschäft hat dem weltweit tätigen Bonner Logistikkonzern im dritten Quartal erneut ordentlich Geld in die Kassen gespült. Das starke Engagement in dieser Wachstumsregion mit der Marke DHL zahlt sich für die Post immer stärker aus.

Rund die Hälfte des DHL-Geschäftsvolumens entfällt auf Asien. Weitgehend stabil blieb der Briefbereich, wobei Paketsendungen in Deutschland aufgrund des boomenden Internethandels das Geschäft weiter beleben.

Im dritten Quartal stieg das operative Ergebnis (EBIT) um 18,5 Prozent auf 646 Millionen Euro. Der Überschuss verbesserte sich - wesentlich getrieben von Bewertungen des Postbank-Verkaufs an die Deutsche Bank - um 70,4 Prozent auf 385 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 226 Mio Euro). Bereinigt um den Postbank-Effekt stieg der Überschuss um 13 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich um 2,5 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Die Post rechnet nun mit einem besseren Gesamtjahr als zunächst geplant und hob die Prognose an.

«Unser Wachstumstrend ist ungebrochen», sagte Post-Vorstandschef Frank Appel am Mittwoch in Frankfurt/Main. Die sich abzeichnende leichte Abschwächung der Weltkonjunktur habe sich bisher «nur sehr begrenzt ausgewirkt». Es sei zwar 2012 ein geringeres Wachstum zu erwarten, aber es gebe keine Hinweise «auf eine besorgniserregende Abschwächung unseres Geschäfts». Das Unternehmen sei «hervorragend aufgestellt, um von der Dynamik der Märkte zu profitieren».

Vor allem auf Asien setzt Appel. «Wir gehen davon aus, das sich die Asien-Märkte weiter überproportional entwickeln.» DHL sei dort Branchenführer. «Und wir wachsen sehr schnell».

Dank eines florierenden Paketversands aufgrund der Internetkäufe konnten Umsatz und Ergebnis des Briefbereichs, bei dem das Paketgeschäft eingerechnet wird, zulegen. Insgesamt wurde die seit Jahren anhaltende Talfahrt des Briefgeschäfts abgebremst. Der Post sei aber klar, dass die Verdrängung des klassischen Briefs durch die elektronischen Medien weiter fortschreite, sagte Appel.

Für eine Stabilisierung des Geschäfts müsse auch weiter auf die Kosten geachtet werden. Mit der Gewerkschaft Verdi stehen demnächst neue Tarifverhandlungen an, zu denen sich Appel aber nicht näher äußerte. Beim Porto, das im nächsten Jahr zunächst einmal unverändert bleibt, sieht Appel «deutlich mehr Spielraum» für mögliche Anhebungen in den folgenden Jahren.