Rotterdam (SID) - Ein Jahr nach dem spektakulären Verkauf von Totilas nach Deutschland hat der niederländische Reitsport auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in London erneut ein Weltklassepferd an die Konkurrenz verloren. Der Wallach Simon von Sydney-Olympiasieger Jeroen Dubbeldam ist von den Brüdern van Grunsven für eine nichtgenannte Summe an eine amerikanische Familie verkauft worden und soll in London US-Springreiterin Beezie Madden auf einen Medaillenrang tragen. Das bestätigte die dreimalige Olympiasiegerin Anky van Grunsven, Schwester der bisherigen Eigentümer, via Twitter.

Dubbeldam, der 2000 in Sydney mit De Sjiem Gold im Springreiten gewonnen hatte, führt mit Simon die aktuelle Weltrangliste an. "Simon ist ein fantastisches Pferd. Es ist ein unglaublicher Verlust für mich", sagte er der Tageszeitung Algemeen Dagblad. "Ich habe noch die Chance, mit einem anderen Pferd in London zu starten, aber mit Simon hätte ich zu den Favoriten gehört", ergänzte der Mannschaftsweltmeister von 2006.

Dubbeldam wusste seit einiger Zeit, dass Simon nicht mehr zu halten war, und "es hätte die Eigentümer viel Geld gekostet, wenn sie ihn erst nach London verkauft hätten". Wegen einer Verletzung seines Goldpferdes De Sjiem hatte Dubbeldam 2004 in Athen auf die Olympiateilnahme verzichten müssen. Bei den Reiterspielen 2008 in Hongkong musste der 38-Jährige wegen eines Beinbruchs passen.

Vermutlich wird Utascha Dubbeldams neues Paradepferd. Der niederländische Springreiter-Fonds will ihm das Tier zur Verfügung stellen.