Paris (dpa) - Es bleibt bei nur einem Sieg in sechs Spielen. Jürgen Klinsmann hat mit der amerikanischen Nationalmannschaft noch einen langen Weg vor sich. Doch der Ex-Bundestrainer ist zuversichtlich. Das 0:1 gegen Frankreich stärkte seine Hoffnungen.

Beim Gegentor wandte sich Jürgen Klinsmann fluchend ab, am Ende war er dennoch voll des Lobes für seine US-Boys. «Wir haben den Franzosen das Leben sehr, sehr schwer gemacht», meinte der Trainer der amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft nach der 0:1-Niederlage im Stade de France von Paris. «Das einzige, was uns gefehlt hat, war ein Tor», betonte Klinsmann.

Seine Bilanz in den ersten sechs Spielen als Nachfolger von Bob Bradley ist mit vier Niederlagen noch kein Volltreffer. Klinsmann versprüht dennoch Zuversicht. «Das Fazit ist, dass wir mit großen Nationen mitspielen können, aber noch nicht so weit sind, sie zu schlagen», sagte er in der ARD-Sportschau. «Ich muss mich an der Weltspitze orientieren. Da haben wir noch einen langen Weg vor uns.»

In Paris waren seine Spieler schon kurz davor, einem namhaften Gegner nicht nur Paroli zu bieten, sondern auch zu punkten. «Es war ein schwieriges Match, besonders in der ersten Halbzeit», räumte Frankreichs Stürmer Karim Benzema ein. Die Angriffsabteilung des ehemaligen Welt- und Europameisters hatte große Mühe, sich gegen die Amerikaner in Szene zu setzen. Steve Cherundolo von Hannover 96 und Timothy Chandler vom 1. FC Nürnberg riegelten die Flügel ab, im Kasten zeigte Keeper Tim Howard eine starke Vorstellung.

Erst in der 72. Minute gelang Loïc Rémy das einzige Tor. «Der Sieg spiegelt nicht alles wider», meinte der Stürmer, der erst acht Minuten vor seinem Treffer eingewechselt worden war. Auswahltrainer Laurent Blanc zog ein etwas anderes Fazit. «Ein Sieg, das zählt», sagte er - im Gegensatz zu Klinsmann kann er mittlerweile auf das 16. Länderspiel in Serie ohne Niederlage zurückschauen.

Daran konnte auch Klinsmann Kabinenansprache zur Pause nichts ändern. «Ich habe in der Halbzeit gesagt: Jungs, ihr könnt hier absolut mithalten. Ihr könnt das Ding gewinnen.» Und das sogar ohne ihren Superstar Landon Donovan, der in der Heimat mit den Los Angeles Galaxy im Titelkampf steckt. «In solchen Spielen werden ein, zwei Fehler bestraft», meinte Klinsmann, «aber es war beeindruckend, wie sie zurückgekommen sind».

An diesem Dienstag starten Klinsmann und seine Kicker beim letzten Testspiel in diesem Jahr in Ljubljana gegen Slowenien den nächsten Versuch, die bisherige Bilanz von gerade mal zwei Toren in sechs Spielen (ein Sieg, ein Unentschieden, vier Niederlagen) aufzupolieren.

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