Lissabon (dpa) - Showdown am Tejo. Superstar Cristiano Ronaldo steht mit der portugiesischen Fußball-Nationalmannschaft vor einer heiklen Aufgabe. «Auswärts ist Bosnien stärker», warnt die portugiesische Sportzeitung «O Jogo» vor Edin Dzeko & Co.

Das 0:0 im Hinspiel ist ein gefährliches Resultat. Die «Selecção» muss am Dienstag in Lissabon gewinnen, um das fünfte EM-Ticket in Serie zu lösen. Nach dem torlosen Remis in Zenica reicht Bosnien im spannendsten der vier Playoff-Rückspiele ein Unentschieden mit Toren zur Sensation. Kein Wunder, dass bei Ronaldo die Nerven blank liegen.

«Andere bauen Mist, und ich werde kritisiert», fuhr der Real-Madrid-Profi nach dem Abpfiff einen portugiesischen Journalisten an. Dabei hatte der gute Mann den Stürmer lediglich auf den «Stinkefinger» angesprochen, den Ronaldo Fans gezeigt hatte, die ihn im Training in Bosnien mit einem Laser gestört hatten. Dafür und für den schlechten Zustand des Platzes im Bilino-Polje-Stadion forderte die Sportzeitung «Record» Revanche: «Die haben uns einen Kartoffelacker gegeben, bereiten wir ihnen nun die Hölle», hieß es auf der Titelseite. Das Klima heizt sich mächtig auf, der deutsche Schiedsrichter Wolfgang Stark wird keinen leichten Abend haben.

«Die haben mit uns die gräuelhaftesten Dinge gemacht, aber wir wollen fair gewinnen», sagt FPF-Verbandsvizepräsident Amandio de Carvalho. Das Estadio da Luz werde mit 60 000 ausverkauft sein. «Vor unserem Publikum werden wir gewinnen», tönt Ronaldo, während Trainer Paulo Bento da schon vorsichtiger ist. «Wir haben in Bosnien brillant gespielt und nur in der Chancenauswertung versagt, aber das Rückspiel wird kompliziert», weiß der Coach, der daheim auch wegen Konflikte mit Spielern wie Ricardo Carvalho und Bosingwa umstritten ist.

Bei Underdog Bosnien ist Coach Safet Susic gelassen. «Wir haben noch alle Chancen. Wir verlieren seit sieben Spielen nicht mehr, haben dabei nur ein Elfmetertor kassiert», sagte er. Die Bosnier wollen Revanche für die WM-Playoffs von 2009 (zweimal 0:1).

In Lissabon stehen die im Hinspiel gesperrten Abwehrspieler Sasa Papac und Boris Pandza wieder zur Verfügung. Der frühere Wolfsburger Dzeko, der diese Saison in 14 Spielen für Manchester City schon 13 Mal traf, in Zenica aber gegen Pepe keinen Stich sah, will Wiedergutmachung. Die Zeitung «Público» hat eine ganz spezielle Hoffnung: dass der Hoffenheimer Vedad Ibisevic diesmal nicht von Anfang an aufläuft. «Als er (in Zenica) eingewechselt wurde, hat er das Spiel gekippt und für große Gefahr gesorgt», schrieb das Blatt.