Leipzig (dpa) - Die CDU-Spitze unter Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel kommt heute in Leipzig zur Vorbereitung des Bundesparteitags zusammen.

Hauptthemen des Kongresses am Montag und Dienstag in der Messe-Stadt sind die Bewältigung der Schuldenkrise in Europa, eine neue Schulpolitik mit der Abkehr von der Hauptschule und die Einführung einer Lohnuntergrenze in Deutschland.

Unterdessen geht der Streit über einen Mindestlohn weiter. Die stellvertretenden Parteivorsitzenden und Kabinettsmitglieder Norbert Röttgen (Umwelt) und Ursula von der Leyen (Arbeit) stellten sich im «Spiegel» erneut gegen Kanzlerin Angela Merkel. Röttgen wandte sich gegen deren Vorstoß, einen Mindestlohn nicht an der Höhe der Abschlüsse in der Zeitarbeitsbranche zu bemessen. «Wenn sich die CDU für eine allgemeine Lohnuntergrenze ausspricht, müssen wir auch eine Vorstellung von der Höhe haben. Sonst ist der Beschluss ohne Wert», sagte er. Röttgen ist auch Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen.

Von der Leyen plädierte im «Spiegel» für einheitlichere Lösungen als von Merkel angestrebt. Diese will nur branchenspezifische und regional unterschiedliche Mindestlöhne. Von der Leyen will die Zahl solcher Differenzierungen begrenzen. «Wir sollten von den Erfahrungen des Auslands lernen, wo sich eine Handvoll begründeter Differenzierungen bewährt hat.» Für Jugendliche und Auszubildende zum Beispiel könne ein niedrigerer Einstieg sinnvoll sein.

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse, Karl-Josef Laumann. Es müsse klar sein, dass es eine Lohnuntergrenze gebe, sagte er den Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe. «Von vielen Ausnahmen halte ich nichts.»