Düsseldorf (dpa) - Glitzer, Witz und Ruhrpott-Nostalgie: Vor viel Prominenz hat das Musical «Kein Pardon» nach dem gleichnamigen Film von Hape Kerkeling am Samstag in Düsseldorf Premiere gefeiert.

Die Parodie auf die schillernde Welt des Fernsehens quittierte das Publikum immer wieder mit lauten Lachern und spontanem Beifall.

Auch Kerkeling selbst zeigte sich zufrieden: «Ein Wunsch wird wahr: Ich kann etwas sehen, womit ich zu tun habe, bin aber gar nicht auf der Bühne. Das ist einmalig und erstmalig.» In der Film-Vorlage von 1993 hatte Kerkeling den unbeholfenen Spross eines Bottroper Schnittchen-Dienstes gespielt. «Ich glaube, dass es eine Weiterentwicklung zum Film ist. Wo der Film nicht in die Tiefe gehen konnte, kann es das Musical», sagte Kerkeling bei der Premiere.

Auch der zuvor etwas kränkelnde Dirk Bach freute sich nach dem Auftritt über eine «schöne, gelungene Vorstellung». Souverän spielte und sang er sich über knapp drei Stunden in die Rolle des selbstgefälligen TV-Moderators Heinz Wäscher. Als Busen grapschendes Ekel zerstört er den schönen Schein der Fernsehwelt, die den jungen Schnittchen-Schmierer Peter Schlönzke in seinen Bann gezogen hatte. Bach genoss dabei auch die Nähe zum Publikum: «Das schöne am Theater ist, dass man unvermittelt Reaktionen vom Publikum hat und nicht erst im Nachhinein anhand von Quoten. Man kann mit den Menschen spielen.»

Die zahlreichen prominenten Zuschauer, die zuvor über den roten Teppich des Capitol Theaters flaniert waren, reagierten durchweg positiv. «Der Zynismus der Fernsehbranche kommt mit einem Augenzwinkern rüber», befand Kabarettist Eckart von Hirschhausen. Schauspielerin und Entertainerin Dolly Buster sah ihre großen Erwartungen an Kerkelings Arbeit wie immer erfüllt. Schlagersänger Heino würdigte dagegen die schauspielerische Leistung und nannte das Musical «spritzig».

Reiner Calmunds Lob galt dem Hauptdarsteller Enrico De Pieri: «Der Hammer ist Peter Schlönzke. Der muss eigentlich Kerkeling heißen.» Mario Barth lobte die musikalische Umsetzung. Als Comedian, dessen Witze gern auch mal unter die Gürtellinie zielten, bemerkte er passend zum Titelsong des Stücks: «Witzigkeit kennt auch Grenzen. Es gibt Dinge, über die macht man keine Witze.» Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) beglückwünschte die Macher zu dem «großartigen» Stück.

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