Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist am Mittwoch in einem nervösen Markt auf Berg- und Talfahrt gegangen. Nachdem er am Vormittag ins Plus gedreht hatte, verlor er gegen Mittag wieder 1,30 Prozent auf 5856 Punkte und litt damit unter den anhaltenden Sorgen um die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise.

Der MDax mittelgroßer Werte sank um 0,48 Prozent auf 8855 Punkte und der Technologieindex TecDax rückte um minimale 0,08 Prozent vor auf 686 Punkte.

Analyst Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel begründete die Verluste im Dax mit Befürchtungen, wonach die griechische Regierung bei den Gesprächen mit dem Internationalen Währungsfonds nicht nur Sparmaßnahmen zusagen wolle, sondern auch auf Wachstumsimpulse drängen könnte. Die politische Entwicklung in Italien allerdings wird derzeit Händlern zufolge positiv aufgenommen, nachdem der designierte neue Regierungschef Mario Monti die meisten politischen und sozialen Kräfte des Landes hinter sich habe und damit der Weg frei sei für die rasche Bildung einer Notregierung. Bereits am Nachmittag könnte die Regierung Monti vereidigt werden.

Infineon Technologies beendete die Berichtssaison unter den Dax-Werten: Der Halbleiterspezialist steht wegen der trüberen Konjunkturaussichten vor einem ungewissen Jahr und rechnet mit einem Umsatzrückgang und einer Marge für das Segmentergebnis im niedrigen bis mittleren Zehnerprozentbereich. Diese Aussichten drückten die Titel mit einem Minus von 4,39 Prozent auf 6,167 Euro an das Dax-Ende, obwohl die Münchner im vergangenen Geschäftsjahr Rekordwerte verbucht hatten und wieder eine Dividende zahlen wollen.

Als einer der Favoriten im Dax kletterten die Titel von Bayer um 0,31 Prozent auf 47,385 Euro nach oben. Der Pharma- und Chemiekonzern setzt bei seiner Wachstumsstrategie weiterhin stark auf Asien. Daniel Wendorff von der Commerzbank bezeichnete die Pläne als ermutigend und hielt an seiner Kaufempfehlung für die Papiere fest.

Die im MDax gelisteten Papiere von Tui verbilligten sich um 2,97 Prozent. Händler begründeten dies mit der anstehenden Streichung der Titel aus dem MSCI Germany Index. Nun könnten sich Aktienfonds, die diesen Index nachbilden, von den Titeln des Touristikkonzerns trennen.