Berlin (dpa) - Auch Politiker sind möglicherweise im Visier des Neonazi-Trios gewesen. Wie «Spiegel Online» und der «Tagesspiegel» am Mittwoch berichteten, wurde unter den sichergestellten Beweismitteln eine Liste gefunden, auf der auch Namen von Politikern sowie türkischer und islamischer Organisationen genannt waren.

Darunter waren der Grünen-Bundestagsabgeordnete Jerzy Montag und der CSU-Parlamentarier Hans-Peter Uhl. Die Liste sei im Zusammenhang mit der DVD zu der Mordserie an acht Türken und einem Griechen gefunden worden, schrieb der «Tagesspiegel» unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Montag bestätigte «Spiegel Online», er habe sich beim Bundeskriminalamt (BKA) informiert, dort sei ihm der brisante Fund bestätigt worden. Vom BKA seien die Daten inzwischen an die Landeskriminalämter zur genaueren Gefahreneinschätzung gegangen. Montag zeigte sich besorgt. «Das ist ein schreckliches Gefühl für mich», sagte er «Spiegel Online». «Das ist nicht erledigt mit der Tatsache, dass die bekannten Mitglieder der Terrorzelle ausgeschaltet sind.»