Boston (dpa) - Eine bessere Story hätten selbst die Hollywood-Drehbuch-Autoren nicht schreiben können - Happy End für David Beckham. Das Amerika-Abenteuer des englischen Entertainers endet mit dem langersehnten Titel.

Zum Abschluss seines Fünfjahresvertrages gewann Becks mit Los Angeles Galaxy endlich die Meisterschaft der Major League Soccer (MLS). «Wir haben so viele Jahre für diesen Titel gekämpft. Ich bin froh, dass unsere harte Arbeit der Saison belohnt wurde, wir waren unglaublich», sagte Beckham nach dem 1:0-Sieg gegen Houston Dynamo.

Vor zwei Jahren hatte er mit LA das Endspiel gegen Real Salt Lake noch im Elfmeterschießen verloren. Ausgerechnet Ex-Bundesliga-Profi Landon Donovan, der 2009 in seinem Buch «The Beckham-Experiment» die Einstellung des Superstars kritisiert hatte, als dieser sich an den AC Mailand ausliehen ließ, krönte mit dem Siegtreffer in der 72. Minute das kalifornische Kapitel des Briten. «David hat sich zu Wochenbeginn einen Muskelfaserriss zugezogen, quasi mit einem Bein gespielt und dennoch gekämpft wie ein Krieger», betonte Donovan.

Der Stürmer lief als einer der Ersten nach dem Schlusspfiff auf Beckham zu, ballte wie er beide Fäuste. Donovan war zum vierten Mal US-Meister, Beckham hatte nach der englischen und spanischen nun auch die amerikanische Meisterschaft gewonnen. Wie es mit ihm weitergeht, ließ er jedoch in der Stunde des Sieges offen. Dennoch klangen seine Worte bereits wie das Resümee eines Reisenden.

Beckham sprach von «unglaublichen fünf Jahren» und einem «krönenden Abschluss einer fantastischen Saison». Bis zum 31. Dezember steht er noch bei Galaxy unter Vertrag. Ein weiteres Jahr in LA scheint zwar möglich, eine Rückkehr nach Europa ist aber wahrscheinlicher. Paris St. Germain hat bereits mehrfach Interesse an einer Verpflichtung bekundet und die Worte von MLS-Boss Don Garber deuten auf ein «bye bye Beckham» hin.

«Ich glaube nicht, dass eine Liga oder ein Club sich nur auf einen Spieler verlassen kann. Diese Zeiten sind vorbei», so Garber. Als Beckham unter dem Jubel der 30 281 Zuschauer im Home Depot-Center von Carson die Meistertrophäe in den kalifornischen Nachthimmel reckte, flog kiloweise Konfetti durch die Luft - so wie bei seiner Präsentation im Juli 2007 an selber Stelle. Seitdem ist nicht alles in Erfüllung gegangen, was sich Land und Liga vom teuersten Import der US-Sportgeschichte erhofft hatten.

Beckham war oft verletzt, auf dem Weg zur englischen Nationalmannschaft oder aber an den AC Mailand ausgeliehen. Dennoch war er gut für das Soccer-Business. LA Galaxy ist mittlerweile 100 Millionen Dollar wert - dreimal mehr als vor der Beckham-Ära.

Der Prunkclub schloss für 55 Millionen Dollar einen lukrativen TV-Deal über zehn Jahre ab. Die Liga kassiert von der kommenden Saison an vom nationalen Fernsehsender NBC jährlich zehn Millionen Dollar an TV-Geldern, der MLS-Zuschauerzuspruch ist mit 17 872 Fans pro Partie mittlerweile größer als in der Basketball-Liga NBA und der Eishockey-Liga NHL. Beckham hat seine Rolle als Soccer-Botschafter in Amerika zwar nicht immer mit Bravour gespielt, sie aber dennoch erfüllt - in finanzieller und jetzt auch sportlicher Hinsicht.