Köln (dpa) - Schiedsrichter Babak Rafati ist zwei Tage nach seinem Suizidversuch aus dem Kölner Krankenhaus Holweide entlassen worden. Dies bestätigte eine Sprecherin der Klinik der Nachrichtenagentur dpa. Der 41-Jährige soll inzwischen in seine Heimatstadt Hannover zurückgekehrt sein.

Rafati hatte wenige Stunden vor dem Fußball-Bundesligaspiel 1. FC Köln gegen FSV Mainz 05 versucht, sich in einem Kölner Hotel das Leben zu nehmen.

Niedersachsens Referee-Chef Wolfgang Mierswa fordert derweil mehr Unterstützung für die Unparteiischen. Künftig sei es umso mehr Aufgabe der Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußbal-Bundes (DFB) und der Verbandsausschüsse, «dafür zu sorgen, dass unsere Schiedsrichter von uns gestärkt werden, wenn sie von der Öffentlichkeit respektlos behandelt werden», sagte der Vorsitzende des niedersächsischen Verbands-Schiedsrichterausschusses der «Frankfurter Rundschau».

«Ich hoffe, dass diesmal nicht, wie bald nach dem Tod von Robert Enke, wieder zur Tagesordnung übergegangen wird», sagte Mierswa. Er kenne Rafati seit fast 30 Jahren. «Das war ein Alarmzeichen sondergleichen, das da gesetzt wurde», betonte er. Das gelte unabhängig davon, was den 41-Jährigen zu seinem Suizidversuch veranlasst habe. In den Medien und von den Fans werde viel zu wenig wahrgenommen, «wie sehr einem Schiedsrichter ein Fehler schon auf dem Platz unter die Haut geht».