Berlin (dpa) - Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat den zuletzt viel gescholtenen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger gestützt und den Fußball-Weltverband zu einem besseren Schutz der Schiedsrichter aufgefordert.

«Aus meiner Sicht ist Theo Zwanziger ein guter Präsident. Ich habe ihn bei der Diskussion um Korruption im Weltverband FIFA kritisiert, habe ihm erklärt, warum, und er hat es angenommen», sagte Rummenigge in einem Interview der «Welt»

.Mittlerweile stehe der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der FIFA «auch kritisch gegenüber» und wolle «als Kommissionsvorsitzender viel verändern», sagte Rummenigge. «Der Grund für sein schlechtes Image - das er nicht verdient hat - ist die Schiedsrichterproblematik. Dazu sage ich: Die FIFA lässt die Schiedsrichter im Regen stehen. Zum Beispiel beim passiven Abseits oder bei der Torkamera - sie tut nichts, um die Schiedsrichter zu unterstützen.»

In der Diskussion um vermeintliche Steuerhinterziehung deutscher Schiedsrichter positionierte sich Rummenigge klar pro DFB: «Ich glaube nicht, dass der DFB für die Steuererklärung eines Schiedsrichters zuständig ist. Wenn da etwas nicht koscher gelaufen ist, kann der Verband dafür nicht in Sippenhaft genommen werden. Wenn ich eine Steuererklärung nicht korrekt abgeben würde, hätte auch nicht der FC Bayern Schuld, sondern ich.»

Den ehemaligen Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell forderte er auf, «endlich Ruhe zu geben. Bei ihm hat man den Eindruck, er lebt das Alte Testament in Perfektion vor - Auge um Auge, Zahn um Zahn.»