Essen (dpa) - Eine abbaubare Herzgefäß-Stütze hat das Essener Elisabeth-Krankenhaus einem Patienten eingesetzt. Der Eingriff sei der erste weltweit außerhalb klinischer Studien, hieß es.

Das Team um den Kardiologen Christoph Naber hofft, dass das Herzgefäß so ohne die bisher üblichen Metall-Stents die Fähigkeit zurückerlangt, sich anzuspannen und zu pulsieren.

Die abbaubaren Stützen aus Polymilchsäure anstelle dauerhaft zurückbleibender Metallreste sollen auch Vorteile bei späteren MRT-Untersuchungen des Herzens bringen. «Es ist schon eine faszinierende Vorstellung, einen Patienten erfolgreich zu therapieren, ohne dass von dem Eingriff letztlich Spuren zurückbleiben», sagte Naber.

Laut Deutscher Herzstiftung wurde die Methode in einer Studie des Rotterdamer Herzchirurgen Patrick W. Serruys mit 56 Patienten erprobt. Dabei habe sich gezeigt, dass die Gefäß-Stützen nach einem Jahr tatsächlich langsam abgebaut werden. Ob sie ganz verschwinden, müsse die Zukunft erweisen.

Unklar sei auch noch, ob eine Stütze ohne Metall tatsächlich einen Selbstreparaturmechanismus des Gefäßes auslöse, sagte der Stuttgarter Herzchirurg Udo Sechtem, Mitglied des Beirates der Herzstiftung. Kein Metall mehr im Herzen zu haben, könne aber manchen Patienten möglicherweise psychologische Vorteile bringen.

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