Berlin (dpa) - Mit einer weltweiten Lesung geht heute (Montag) das Kleist-Jahr zu Ende. Zum 200. Todestag des Schriftstellers wollen Künstler und Autoren aus aller Welt Texte aus seinem Werk lesen. Fast 150 Organisationen beteiligen sich an der Aktion - von Kanada bis China, von Island bis Neu-Seeland.

In Deutschland gibt es Lesungen etwa in Berlin, Frankfurt (Oder), Rostock, Schwerin und Karlsruhe. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Wiedereröffnung des Kleistgrabs am Berliner Wannsee. An der Veranstaltung nimmt auch Bundestagspräsident Norbert Lammert teil, der Schauspieler Ulrich Matthes liest aus den Werken.

Heinrich von Kleist gilt mit seinem radikalen Werk als ein herausragender Vertreter der deutschen Klassik. Am 21. November 1811 hatte er sich mit seiner krebskranken Gefährtin Henriette Vogel am Wannsee erschossen. Er war damals 34, sie 31 Jahre alt.

Das lange vernachlässigte Grab wurde zum Gedenkjahr denkmalgerecht saniert, das umliegende Gelände in einen Landschaftspark verwandelt. Erstmals ist jetzt auch Henriette Vogel auf dem Grabstein vermerkt. Zu der neuen Gedenkstätte gibt es Audiogeräte mit einem Hörspiel, das die Ereignisse von damals in Erinnerung ruft.

Schon am Sonntag war die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff mit dem Kleistpreis 2011 geehrt worden. Die 57-Jährige erhielt die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr risikofreudiges Werk. Der Preis wird alljährlich von der in Berlin ansässigen Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft vergeben.

Das Kleistjahr hatte am 4. März in Frankfurt (Oder), der Geburtsstadt des Dichters, begonnen. Zahlreiche Lesungen, Ausstellungen, Theaterinszenierungen und Diskussionsrunden erinnerten seither an sein Schaffen. Das Berliner Maxim-Gorki-Theater brachte erstmals alle seine dramatischen Werke auf die Bühne. Die Doppelausstellung «Kleist: Krise und Experiment» in Berlin und Frankfurt (Oder) läuft noch bis zum 29. Januar 2012.

Zu Lebzeiten waren Kleist Ruhm und Anerkennung versagt geblieben. Zu seinen bekanntesten Werken gehören «Der zerbrochne Krug», «Das Käthchen von Heilbronn» und «Michael Kohlhaas».

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