Weitere Verdächtige in Neonazi-Mordserie

Berlin (dpa) - Die Ermittlungen zur beispiellosen Mordserie von Neonazis in Deutschland weiten sich immer mehr aus. «Wir haben circa ein Dutzend Verdächtigte und Beschuldigte», sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Es gebe immer neue Hinweise und Erkenntnisse. Dies betrifft auch den Mord an der Heilbronner Polizistin Michèle Kiesewetter im Jahr 2007: Wahrscheinlich gibt es doch eine Verbindung zum Neonazi-Trio aus Zwickau. Die Bundesregierung erwägt eine Entschädigung von 10 000 Euro für die einzelnen Familienangehörigen der Mordopfer.

Machtprobe auf dem Tahrir-Platz dauert an

Kairo (dpa) - Die blutigen Krawalle in Ägypten gehen weiter. Erneut setzten Sicherheitskräfte auf dem Tahrir-Platz in Kairo Tränengas gegen die Protestierenden ein - Demonstranten warfen mit Steinen. Das Gesundheitsministerium sprach von 22 Toten seit Freitag. Krankenhausärzte berichteten, 33 Menschen seien getötet worden, darunter auch mehrere Angehörige der Sicherheitskräfte. Insgesamt sollen bei den Straßenschlachten in Kairo und Alexandria rund 2200 Menschen verletzt worden sein. Die Demonstranten fordern eine schnellere Übergabe der Verantwortung an eine zivile Regierung.

Syrische Aktivisten fürchten Militäroperation «Jüngstes Gericht»

Damaskus (dpa) - Die syrischen Regierungstruppen sollen sich nach Informationen der Protestbewegung auf eine landesweite Operation mit dem Codenamen «Jüngstes Gericht» vorbereiten. Der Plan sehe vor, dass die Sicherheitskräfte Chaos stiften und Attentate verüben, um dann mit aller Härte gegen die Regimegegner vorzugehen. Das sagte ein Sprecher der Protestbewegung der dpa in einem Telefoninterview. Dieses Szenario werde in Gang gesetzt, falls es demnächst eine Syrien-Resolution des Weltsicherheitsrates geben sollte.

Historischer Wahlsieg: Rajoy soll Spanien aus Krise führen

Madrid (dpa) - Neuanfang in Spanien: Nach dem historischen Wahlsieg der konservativen Volkspartei soll deren Chef Mariano Rajoy das Land aus der schlimmsten Finanzkrise der Nachkriegszeit führen. Der künftige Regierungschef warnte jedoch vor überzogenen Erwartungen. «Wir werden keine Wunder vollbringen», sagte der 56-Jährige. Bundeskanzlerin Angela Merkel bot Rajoy in einem Telefonat eine enge Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Krise an. Die Finanzmärkte zeigten sich vom Erfolg der Konservativen nur wenig beeindruckt.

US-Schuldenstreit: Sparkommission vor dem Scheitern

Washington (dpa) - Im Kampf gegen die wachsenden Staatsschulden finden die US-Parteien keine gemeinsame Linie mehr. Nach drei Monate langen Verhandlungen steht eine überparteiliche Kommission des US-Kongress kurz vor dem Scheitern. Hauptstreitpunkt sind die Steuern. Aufgabe des «Super-Komitees» war es, sich auf Einsparungen von mindestens 1,2 Billionen Dollar für die kommenden zehn Jahre zu einigen. Ohne einen Kompromiss drohen automatische Einsparungen in den Budgets ab 2013 - große Brocken davon im Verteidigungs- und Sozialbereich.

Mappus hört bei Pharmakonzern Merck wieder auf

Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs früherer Ministerpräsident Stefan Mappus hat seinen Wechsel in die Wirtschaft überraschend wieder abgesagt. Mappus erklärte, er werde Ende des Jahres beim Darmstädter Pharmakonzern Merck wieder ausscheiden. Der CDU-Politiker begründete den Schritt mit Kritik an seiner Rolle beim Kauf der Anteile der Energie Baden-Württemberg durch das Land. Mappus war erst am 1. September bei Merck eingestiegen und sollte demnächst das Geschäft in Brasilien leiten.