Solingen/Bönen (dpa) - Deutschlands größter Textildiscounter Kik will stärker in Osteuropa Fuß fassen. Nach dem Einstieg in den kroatischen Markt im laufenden Jahr will die Kette noch vor der Fußball-EM (Ukraine/Polen) in Polen die erste Filiale eröffnen.

Der mehrheitlich zu Tengelmann gehörende Discounter wächst weiter kräftig: Bis 2015 will Kik mit Zentralsitz Bönen (Kreis Unna) ihr Filialnetz von 3100 auf 4000 Standorte ausbauen, langfristig sollen es 5000 sein. Für 2011 werden steigende Umsätze und schwarze Zahlen erwartet.

Polen sei Testmarkt, sagte Geschäftsführer Michael Arretz am Dienstag in Solingen. Bei einem erfolgreichen Einstieg im EM-Land könnten dann weitere osteuropäische Länder folgen.

Neben der Expansion steht in Deutschland der Filialumbau im Mittelpunkt. Bis 2015 sollen alle rund 2600 Standorte in Deutschland umgebaut sein. Dabei will Kik modischer werden. Neben Basis-Textilien kommen mehr Fashionartikel ins Sortiment. Der Anteil der Markenware sei ausgebaut worden. Der Textildiscount sei aber noch lange nicht wie der Lebenmitteldiscount nach Aldi-Vorbild in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sagte Arretz.

Im vergangenen Jahr erzielte Kik mit europaweit rund 20 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,66 Milliarden Euro. 75 Prozent der Mitarbeiter sei sozialversicherungspflichtig angestellt. Der Umsatz soll im laufenden Jahr höher ausfallen. Der Gewinn bewege sich im deutlich schwarzen Bereich, sagte Arretz. Die schwierigen Bedingungen des vergangenen Jahres seien vorbei. Fabriken hätten wieder mehr Kapazität. 2010 habe der Textilhandel auch unter hohen Baumwoll- und Transportkosten gelitten. Verschwiegen werden aber nach wie vor konkrete Ertragszahlen.

Erstmals legte der Discounter, der in der Vergangenheit auch durch Negativ-Schlagzeilen auffiel, einen Nachhaltigkeitsbericht vor. Demnach stehen alle Textilfabriken, die vor allem in China und Bangladesh Aufträge ausführen, unter Beobachtung. Kik wolle sichergehen, dass Umwelt-, Arbeits- und Sozialstandards eingehalten werden, sagte Arretz. Kik habe mehrfach Fabriken abgelehnt. Innerhalb der eigenen Organisation sollen vor allem Energie und CO2 eingespart werden.

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