Berlin (dpa) - Behinderte Frauen sind nach einem Zeitungsbericht zwei bis dreimal häufiger sexuellen Übergriffen ausgesetzt als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt. Fast ein Drittel der in Betreuungseinrichtungen lebenden Frauen (31 Prozent) sei davon betroffen.

Das berichtete die «Neue Osnabrücker Zeitung» (Dienstag) unter Berufung auf eine Studie der Universität Bielefeld, die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder am Dienstagabend vorstellen will. In einer Vorgängerstudie sei der Anteil 2004 noch drei Mal niedriger gewesen (10 Prozent). Nach der neuen Befragung hat jede dritte bis vierte psychisch oder körperlich beeinträchtigte Frau in Kindheit und Jugend sexuelle Belästigung erlebt.

Auch körperliche Gewalt wurde demnach häufiger beklagt. Mindestens eine solche Situation haben nach der Studie 58 bis 73 Prozent der Frauen im Erwachsenenleben erlebt. Das seien fast doppelt so viele wie noch 2004, berichtete die Zeitung.

Für die Umfrage haben die Wissenschaftler den Angaben zufolge 1561 Frauen zwischen 16 und 65 Jahren befragt, teilweise in vereinfachter Sprache. Schröder sagte der Zeitung, Hauptaufgabe sei es nun, zuverlässige Strukturen einzurichten, damit Missbrauchsopfer schnelle und gute Hilfe selbständig erreichen könnten.