Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist am Mittwoch in einem weiter nervösen Geschäft in einer Spanne von 100 Punkten um seinen Vortagesschluss geschwankt.

Der Leitindex drehte nach schwachem Start in einer Gegenreaktion auf die jüngste Talfahrt schnell ins Plus, verlor dann aber nach einer enttäuschenden Auktion neuer Bundesanleihen wieder an Boden - am Nachmittag wartete der Dax dann mit plus 0,05 Prozent auf 5540 Punkte auf neue Impulse. Seit dem Zwischenhoch Ende August hat der Leitindex bis zu 15 Prozent auf das niedrigste Niveau seit fast zwei Monaten verloren. Der MDax gab 0,21 Prozent auf 8191 Punkte ab, der TecDax gewann dank fester Solarwerte 0,07 Prozent auf 643 Punkte.

Fundamental beschäftigten sich die Börsianer erneut mit einem ganzen Bündel von Belastungsfaktoren. Schwach ausgefallene Daten zur chinesischen Industrieproduktion lösten Sorgen um diesen wichtigen Wachstumsmarkt aus, aber auch in der Eurozone bleibt Unsicherheit. Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets sagte: «Es fehlt weltweit an positiven Nachrichten zur Konjunktur und die Märkte zeichnen ein sehr pessimistisches Bild.» Neuer Druck kam hier von einer enttäuschend verlaufenen Auktion deutscher Staatsanleihen.

Commerzbank-Aktien legten an der Dax-Spitze 5,22 Prozent auf 1,210 Euro zu - am Vortag hatte das Papier aber wegen Sorgen um neuen Kapitalbedarf 15 Prozent verloren. Laut Konzernchef Martin Blessing will das Institut die erhöhten Kapitalanforderungen aus eigener Kraft stemmen. Papiere der Deutschen Bank gewannen 1,21 Prozent. Dabei stellt der Branchenprimus mit dem weltweiten Asset Management ein Kerngeschäftsfeld in der Schuldenkrise auf den Prüfstand. Infineon-Papiere gewannen dank einer Dividendenerhöhung 3,01 Prozent.

Am Dax-Ende fanden sich indes die Aktien der Deutschen Telekom nach Neuigkeiten zur geplanten Übernahme von T-Mobile USA durch den Konkurrenten AT&T mit minus 1,91 Prozent auf 8,779 Euro wieder. Berichten zufolge hat der US-Telekomkonzern beim geplanten Kauf von T-Mobile USA eine neue Schlappe erlitten, denn die Wettbewerbsbehörde FCC habe Bedenken gegen den Deal geäußert und prüfe ihn streng. Die Vorzüge von VW rutschten um 1,72 Prozent ab. Händler verwiesen auf die negativen Nachrichten zum Wachstumsmarkt China als Belastung.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,67 (Vortag: 1,65) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 130,53 Punkte. Der Bund Future verlor 0,51 Prozent auf 136,55 Punkte. Der Euro sackte ab. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3387 (1,3535) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7470 (0,7388) Euro.