Madrid (dpa) - Nuri Sahin ist wieder da, aber noch nicht wieder der alte: Der frühere Fußballprofi von Borussia Dortmund hat beim 6:2-Sieg von Real Madrid über Dynamo Zagreb ein durchwachsenes Debüt in der Stammelf von Real Madrid gefeiert.

Der Türke spielte in der Champions-League-Partie erstmals nach seiner halbjährigen Verletzungspause 90 Minuten durch. Sahin erlebte ein berauschendes Torfestival, war aber von seiner Bestform noch weit entfernt.

«Wir hatten Sahin als den besten Spieler der Bundesliga verpflichtet, aber er spielt noch nicht wieder auf diesem Niveau», sagte Reals Trainer José Mourinho. Der Portugiese zeigte aber auch Verständnis: «Er befindet sich noch in der Saison-Vorbereitung. Diese findet normalerweise im Juli statt, aber bei Sahin im November.»

Das Sahin-Debüt war das eigentlich Interessante an der Partie im Bernabéu-Stadion: Da Reals Einzug ins Achtelfinale schon vorher festgestanden hatte, waren die Augen der 75 000 Zuschauer auf den Ex-Dortmunder gerichtet. Der 23-Jährige wollte da nichts falsch machen. Er ging keine Risiken ein und bevorzugte kurze und sichere Pässe. Ihm war deutlich anzumerken, dass es ihm noch an Spielrhythmus und Selbstvertrauen fehlt.

«Ich gebe zu, dass ich nicht besonders gut gespielt habe», räumte Sahin nach der Partie ein. «Aber ich bin noch nicht wieder hundertprozentig in Form. Ich muss hart arbeiten, um mein Spiel zu verbessern.» Der Mittelfeldspieler war bei dem Schützenfest an keinem der sechs Real-Treffer direkt beteiligt und hatte auch keine Torchance. «Ich bin dafür bekannt, dass ich nicht der Schnellste bin. Und da ich jetzt fünf, sechs Monate nichts machen konnte, ist es normal, dass mir die Spritzigkeit fehlt. Das kommt peu à peu», sagte er.

Sahin hatte sich im April - damals noch beim BVB - verletzt und war bis zum Saisonende ausgefallen. Nach seinem Wechsel zu Real erlitt er im Juli und August im Training Bänderdehnungen im linken Knie. Das normale Training mit der Mannschaft konnte er erst Ende Oktober aufnehmen.

Trotzdem fühlt sich Sahin wohl bei Real. Superstar Cristiano Ronaldo sei jetzt ein guter Freund von ihm. «Wir haben ein besonders gutes Verhältnis. Er spricht perfekt englisch, wir sitzen in der Kabine fast nebeneinander. Ronaldo und arrogant - diese beiden Worte schließen sich aus», sagte er der «Sport Bild». Eine Rückkehr nach Deutschland ist kein Thema: «Bei aller Liebe zur Borussia: Ich hoffe, dass ich sehr lange hierbleiben darf.»