Istanbul (dpa) - Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih wird nach Informationen des arabischen TV-Senders Al-Arabija seine Heimat verlassen.

Der Nachrichtensender meldete am Mittwoch unter Berufung auf Vertreter der Vereinten Nationen, Salih werde nach der für Mittwochabend in Riad geplanten Unterzeichnung einer Vereinbarung über einen Machtwechsel in die USA reisen. Dort lasse er sich medizinisch behandeln. Beobachter in der Region rechnen nicht damit, dass der 69-Jährige später in seine Heimat zurückkehren wird.

Salih war im Juni bei einem Attentatsversuch schwer verletzt worden. Anschließend wurde er in Saudi-Arabien behandelt, bevor er schließlich in den Jemen zurückkehrte.

Salih und die Vorsitzenden mehrerer Oppositionsparteien waren am Mittwoch in der saudischen Hauptstadt Riad eingetroffen, wo die Vereinbarung unterzeichnet werden soll, die Salih und seiner Familie Straffreiheit zusichern. Das Dokument sieht die Bildung einer Übergangsregierung vor. 90 Tage nach Unterzeichnung des Dokuments soll im Jemen ein neuer Präsident gewählt werden. Salih, der seit 1978 an der Macht ist, steht unter Druck. Seit Februar wird im Jemen für den Sturz des Präsidenten demonstriert.