Nusa Dua/Paris (dpa) - Bräuche wie der Saman-Tanz aus Indonesien oder die Sanges- und Tanzkunst Xoan aus Vietnam gelten künftig als besonders schützenswerte kulturelle Ausdrucksformen. Die Unesco nahm die Traditionen am Donnerstag auf die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes.

Auch das Weisheitsritual «Kôredugaw» aus Mali, eine besondere Flötenspiel-Kunst aus der Mongolei sowie eine Dichttradition in der Hassaniya-Sprache aus Mauretanien sind künftig dort zu finden. Der Iran steuert die Naqqali-Erzählweise und eine spezielle Technik zum Bau und Segeln von Holzbooten bei. Brasilien ist neu mit einem Ritual zum Erhalt der sozialen und kosmischen Ordnung des Volkes Enawene Nawe vertreten.

Die betroffenen Länder können nun auf Hilfe beim Schutz der Traditionen hoffen. Die Unesco hat dafür einen internationalen Fonds eingerichtet. Er wird aus Beiträgen der Mitgliedstaaten, des UN-Entwicklungsprogramms, anderer internationaler Organisationen und aus Spenden finanziert. Bereits am Mittwoch war die Hunderte Jahre alte Tradition der Yimakan-Geschichten aus dem Nordosten Chinas aufgenommen worden.

Die Unesco will bei einer Konferenz auf der indonesischen Insel Bali in den nächsten Tagen noch etliche weitere Aufnahmeanträge für die insgesamt drei Listen des immateriellen Kulturerbes prüfen. Neben der Fado-Musik aus Portugal geht es beispielsweise um eine französische Reittradition.

Das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes ist seit 2006 in Kraft und hat 137 Vertragsstaaten. Deutschland ist nicht darunter, strebt die Ratifizierung nach Angaben der deutschen Unesco-Kommission aber im kommenden Jahr an.