Östersund (dpa) - Magdalena Neuner hat schon im zweiten Rennen der Biathlon-Saison ihren Jubiläumssieg im Weltcup geschafft. Im Sprint von Östersund setzte sich die Rekordweltmeisterin bei widrigen Wetterbedingungen mit der Winzigkeit von 0,2 Sekunden vor der Norwegerin Tora Berger durch.

Die Finnin Kaisa Mäkäräinen lag bereits 15,2 Sekunden zurück. Für Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner war es der 25. Weltcup-Sieg, ihr elfter Erfolg im Sprint. «Der Motor läuft langsam warm», sagte sie.

Erstmals war die 24-jährige Ausnahmeathletin im Biathlon-Weltcup am 5. Januar 2007 in Oberhof, ebenfalls über die 7,5-Kilometer-Kurzdistanz, erfolgreich gewesen. Doch so gut wie in diesem Winter ist die zweimalige Gesamtweltcup-Gewinnerin noch nie in eine Saison gestartet. «Ein Sieg gleich beim ersten Weltcup, das habe ich noch nie geschafft. Es ist einfach super», sagte sie. Schon beim Einzelwettkampf zwei Tage zuvor war Neuner starke Dritte geworden. Eine gute Ausgangsposition für das Verfolgungsrennen am Sonntag verschaffte sich auch Andrea Henkel, die zweimal - und damit einmal mehr als Magdalena Neuner - in die Strafrunde musste. «Zwei Fehler sind nicht gut, aber auch nicht schlecht», sagte Henkel und verwies ebenfalls auf den wechselnden Wind. Die zweimalige Olympiasiegerin von Salt Lake City muss am Sonntag 43,4 Sekunden auf die zehnmalige Weltmeisterin Neuner aufholen.

Erneut bärenstark präsentierte sich die für Clausthal-Zellerfeld startende Debütantin Franziska Hildebrand, die als einzige deutsche Skijägerin fehlerfrei blieb und das Rennen als 18. beendete. 22. wurde Miriam Gössner nach fünf Fahrkarten, Tina Bachmann kam auf Platz 27. Am Abschluss-Sonntag rechnen sich nicht nur deutschen Skijägerinnen, sondern auch die Männer etwas aus. «Der Verfolger wird eine enge Kiste werden, nach vorne ist was möglich, aber auch nach hinten, da muss man mit einem guten Schießen durchkommen, dann wird es schon passen», sagte der Sprint-Sechste Andreas Birnbacher.

Magdalena Neuner räumte mit stoischer Ruhe beim ersten Schießen die fünf Scheiben ab und übernahm die Führung vor Berger. Die 24-Jährige baute auf der zweiten Runde ihren Vorsprung aus. Im Stehendanschlag kämpfte sie, verpasste die zweite Scheibe und lag nach der Strafrunde 2,4 Sekunden hinter Berger. «Beim Schießen waren die Bedingungen sehr schwierig, aber ich habe gekämpft und das sehr gut gelöst», meinte sie.

Auf der Loipe schaltete Neuner dann einmal mehr den Turbo ein. Als sie nach 22:01,7 Minuten ins Ziel kam, leuchtete die 1 auf. Magdalena Neuner sank erschöpft in den Schnee und blieb eine Weile liegen. Später begründete sie im ZDF noch einmal ihre Saisonvorbereitung in Eigenregie: «Ich war mir sicher, dass ich alles richtig gemacht habe.»