Östersund (dpa) - So gut ist Magdalena Neuner noch nie in eine Biathlon-Saison gestartet. Mit dem Sprintsieg in Östersund feierte sie ihren 25. Weltcuperfolg. Im Gelben Trikot der Weltcupspitzenreiterin will die Rekordweltmeisterin nun auch im Verfolgungsrennen wieder auf das Podest laufen.

«Ein Sieg gleich beim ersten Weltcup, das habe ich noch nie geschafft. Es ist einfach super», sagte Magdalena Neuner. Schon beim Einzelwettkampf zwei Tage zuvor war sie starke Dritte geworden. Ihre Extra-Tour in der Vorbereitung hat sich gelohnt.

Auch wenn die Doppel-Olympiasiegerin eigentlich keine besondere Motivation braucht, eine Aussage vom ZDF-Fernsehexperte hat die 24-Jährige so richtig gewurmt und extra angestachelt. «Vor dem Sprint habe ich mir das Einzel noch mal kurz angeschaut und dann einen Kommentar von Herbert Fritzenwenger gehört: Ja, jetzt ist sie beim Stehendschießen, ihrer schwachen Disziplin», erzählte die Doppel-Olympiasiegerin nach ihrem Jubiläumssieg. «Da habe ich mich persönlich so geärgert, weil alle die, die die Augen das letzte Jahr aufgemacht haben, sehen, dass ich das mittlerweile auch ganz gut drauf habe. Umso mehr werde ich allen beweisen, dass ich es kann.»

Und dass sie es kann, zeigte Neuner eindrucksvoll. Sie behielt bei den widrigen Windbedingungen den Überblick. Sie ließ sich im Stehendanschlag Zeit und brachte bis auf einen Schuss alle ins Ziel. «Ich habe gekämpft und ich bin stolz, dass ich das so durchgezogen habe», sagte die zehnmalige Weltmeisterin. In der Endabrechnung verwies sie Tora Berger aus Norwegen um die Winzigkeit von 0,2 Sekunden auf Platz zwei. Dritte wurde die Finnin Kaisa Mäkäräinen.

Mit ihrem 25. Weltcupsieg übernahm Magdalena Neuner das Gelbe Trikot der Weltcupspitzenreiterin. Obwohl sie Loipe noch Steigerungspotenzial sieht. «Der Motor läuft langsam warm, aber ich denke, da geht schon noch mehr», meinte die 24-jährige Ausnahmeathletin. Erstmals war sie im Weltcup am 5. Januar 2007 in Oberhof, ebenfalls über die 7,5-Kilometer-Kurzdistanz, erfolgreich gewesen. Doch so früh so war die zweimalige Gesamtweltcup-Gewinnerin noch nie.

Eine gute Ausgangsposition für das Verfolgungsrennen verschaffte sich auch Andrea Henkel, die zweimal in die Strafrunde musste. «Bei den Bedingungen hätte es noch schlimmer ausgehen können, ein bisschen Glück braucht man ja auch, vielleicht habe ich das ja am Sonntag», sagte Henkel. Die zweimalige Olympiasiegerin von Salt Lake City muss am Sonntag 43,4 Sekunden auf Neuner aufholen.

Erneut bärenstark präsentierte sich die für Clausthal-Zellerfeld startende Debütantin Franziska Hildebrand, die als einzige deutsche Skijägerin fehlerfrei blieb und das Rennen als 18. beendete. 22. wurde Miriam Gössner nach fünf Fahrkarten, Tina Bachmann (4) kam auf Platz 27. «Der Wind kam mal von rechts, dann von links und von vorne. Da muss man das Beste draus machen, das ist mir am Schießstand heute nicht gelungen», erklärte Bachmann. «Aber am Sonntag habe ich noch viermal die Möglichkeit, es besser zu machen.»

Am Abschluss-Sonntag rechnen sich nicht nur deutschen Skijägerinnen, sondern auch die Männer etwas aus. «Der Verfolger wird eine enge Kiste werden, nach vorne ist was möglich, aber auch nach hinten, da muss man mit einem guten Schießen durchkommen, dann wird es schon passen», sagte der Sprint-Sechste Andreas Birnbacher.