Berlin (dpa) - Der skandalumwitterte dänische Regisseur Lars von Trier kommt nach Veranstalterangaben nicht zur Vergabe des Europäischen Filmpreises in Berlin. Wer im Falle einer Auszeichnung am Samstagabend den Preis entgegennehmen sollte, war offen.

Von Trier war mit gleich acht Nominierungen für das Drama «Melancholia» der große Favorit der Verleihung. Gründe für die Absage wurden nicht genannt.

Zum 24. Mal zeichnet die Europäische Filmakademie den besten Film, die besten Regisseure, Schauspieler, Kameraleute, Drehbuchschreiber und Filmkomponisten aus. Deutschland ist mit Wim Wenders' «Pina» in der Kategorie bester Dokumentarfilm vertreten. Für ihre Arbeit an Tom Tykwers Beziehungsfilm «Drei» ist Mathilde Bonnefoy in der Kategorie bester Schnitt nominiert.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) begrüßte vor der Verleihung Pläne der EU-Kommission, die Ausgaben im Bereich Kultur und Medien von 2014 bis 2020 um 37 Prozent auf insgesamt 1,8 Milliarden Euro zu erhöhen. «Dieses wird auch den Aktivitäten für den europäischen Film zugute kommen», teilte Neumann mit. Er unterstrich die Bedeutung der Kultur für die Identität eines geeinten Europas. «Kultur ist die Quelle der Kreativität; und gerade in einer Krise sind wir auf diese angewiesen.»

Neben «Melancholia» sind im Rennen um den Preis als bester Spielfilm auch Aki Kaurismäkis Tragikomödie «Le Havre» und Tom Hoopers «The King's Speech» mit Colin Firth in der Hauptrolle. Chancen haben außerdem das Sozialdrama «Der Junge mit dem Fahrrad» der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne, «In einer besseren Welt» der dänischen Regisseurin Susanne Bier und der Schwarz-Weiß-Stummfilm «The Artist» des Franzosen Michel Hazanavizius.

Über die Filmpreis-Gewinner entscheiden die 2500 Mitglieder der Europäischen Filmakademie. Die von Comedystar Anke Engelke moderierte Gala aus dem Berliner Tempodrom wird unter www.europeanfilmawards.eu live gestreamt. Die Höhepunkte der Verleihung werden am Sonntag um 22.35 Uhr auf Arte ausgestrahlt.

Europäischer Filmpreis