Stuttgart (dpa) - Kurz vor Schluss hat Nationalstürmer Lukas Podolski mit seinem zweiten Tor dem 1. FC Köln einen wichtigen Punkt beim VfB Stuttgart beschert.

Die Schwaben konnten trotz eines Doppelpacks von Christian Gentner ihren Heimfluch gegen den 1. FC Köln nicht beenden und mussten sich mit einem 2:2 (2:1) begnügen. Mittelfeldspieler Gentner hatte mit seinen ersten Saisontreffern (29. und 36. Minute) die Stuttgarter lange Zeit auf einen Sieg gegen den Angstgegner hoffen lassen. «Wir haben unsere Chancen, unsere Konter nicht gut ausgespielt», sagte Gentner und stellte fest. «Wichtiger wären drei Punkte gewesen, als die zwei Tore von mir.»

Auch wenn Gentner stark spielte, der Mann des Spiels war Podolski. Der Nationalspieler hatte den Tabellenelften der Fußball-Bundesliga vor 56 255 Zuschauern in der Mercedes Benz-Arena per Foulelfmeter nach eine Viertelstunde in Führung geschossen. «Prinz Poldi» war dann auch in der 88. Minute erfolgreich, so dass die Schwaben seit 15 Jahren auf einen Pflichtsieg gegen die «Geißböcke» warten. «Wenn man die zweite Halbzeit betrachtet, waren wir einen Tick besser. Wir haben bis zum Ende gefightet und den Ausgleich verdient», sagte Podolski. «Das war ein verdienter Punkt für uns. Den haben wir uns hart erarbeitet», sagte Kölns Trainer Stale Solbakken.

Der Tabellen-Siebte Stuttgart knüpfte zunächst nahtlos an seine zurückliegenden schwachen Auftritte an. Die Mannschaft leistete sich viele Fehler im Spielaufbau und brachte kaum Konstruktives zustande. Köln passte sich dem schwachen Niveau an, sorgte aber wenigstens über seine linke Seite mit Henrique Sereno und Slawomir Peszko immer wieder für Druck. Dies zahlte sich aus, auch wenn sich VfB-Innenverteidiger Maza bei seiner zum Foulelfmeter führenden Attacke gegen Peszko äußerst ungeschickt anstellte. Podolski verwandelte den Strafstoß sicher. Es war der zehnte Saisontreffer des Nationalstürmers.

Offensichtlich war dies der Weckruf für die Schwaben. Statt geschockt zu sein, kam nun mehr Zug in ihre Aktionen. Da Köln dagegen hielt, stieg auch das Niveau der bis dahin mäßigen Begegnung. Vor allem Gentner sorgte innerhalb von sieben Minuten für zwei Glanzlichter: Erst glich der etwas überraschend in die Startformation gerückte Mittelfeldmann mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke von Tamas Hajnal aus. Dann hämmerte der Ex-Nationalspieler den Ball wuchtig per Direktabnahme zum 2:1 ins Netz.

Angesichts weiterer guter Chancen war die Führung des VfB trotz der schwachen Auftaktviertelstunde verdient. Kölns Keeper Michael Rensing verhinderte zweimal glänzend weitere Gegentore gegen Maza (11.) und Cacau (38.). Zudem vergab Hajnal in aussichtsreicher Position (22.). Auf der Gegenseite vereitelte VfB-Schlussmann Sven Ulreich den erneuten Rückstand gegen Mato Jajalo (31.).

Nach dem Seitenwechsel setzten beide Teams weiter auf Offensive. Aber die Defensiven standen jeweils meist sicher. Der agile Peszko scheiterte an Ulreich (50.). FC-Abwehrrecke Ammar Jemal verhinderte gegen Martin Harnik (57.) in letzter Sekunde den frühzeitigen K.o. Beinahe hätte Gentner noch einen Hattrick geschafft, aber Pedro Geromel warf sich in seinen Schuss (72.) und wehrte zur Ecke ab. In der 84. Minute feierte der lange verletzte Julian Schieber sein Debüt, kam für den enttäuschenden Cacau. Und dann setzte sich Podolski durch und sorgte mit einem Flachschuss aus elf Metern für Freude bei den Kölnern.