Wolfsburg (dpa) - Der VfL Wolfsburg kommt in der Fußball-Bundesliga nicht vom Fleck und läuft den eigenen hohen Ansprüchen weiter hinterher. Der Meister von 2009 kam trotz einer 2:0-Halbzeitführung nicht über ein 2:2 gegen Bayern-Bezwinger Mainz 05 hinaus.

Der VfL liegt mit nur 17 Punkten nach 15 Spieltagen knapp oberhalb der Abstiegsränge. Die Mainzer bestätigten hingegen ihren Aufwärtstrend, wenn auch erst in der zweiten Hälfte, und blieben im dritten Spiel in Serie unbesiegt.

Vor 24 321 Zuschauern sahen die zunächst drückend überlegenen Wolfsburger nach Treffern von Mario Mandzukic (10. Minute) und einem Eigentor von Jan Kirchhoff (42.) schon wie der sichere Sieger aus, ehe Mainz durch Andreas Ivanschitz (70./Foulelfmeter) und den eingewechselten Maxim Choupo-Moting noch einmal zurückkam. Zu allem Überfluss sah Makoto Hasebe noch die Gelb-Rote Karte (85.).

Nach zuletzt zwei Siegen waren die Mainzer im Gegensatz zum 3:2 am vergangenen Samstag gegen Bayern München zunächst nicht wiederzuerkennen. Viel zu zaghaft im Zweikampfverhalten gegen kampfstarke Wolfsburger, die von Beginn an bemüht waren, die Niederlage in Augsburg vergessen zu machen, hatten die Gäste bis zur Pause kaum eine Chance.

FSV-Trainer Thomas Tuchel musste den ersten Rückschlag bereits vor Spielbeginn hinnehmen. Innenverteidiger Bo Svensson verletzte sich beim warmmachen und musste durch Kirchhoff ersetzt werden. Der 21-Jährige erwischte einen rabenschwarzen Tag. Bereits nach zehn Minuten reagierte der Innenverteidiger nach einem verunglückten Rückpass von Zdenek Pospech wie auch Torhüter Christian Wetklo zu zaghaft. Mandzukic bedankte sich und vollendete zum achten Saisontor.

Beflügelt durch die Führung spielte bis zur Pause nur noch der VfL. Ja-Cheol Koo (23.) per Kopf, Mandzukic (25.) nach gelungener Koo-Vorarbeit und Christian Träsch (29.) per Fernschuss vergaben beste Chancen für die Niedersachsen. Dazwischen hätte Kirchhoff nach einer Hereingabe von Ashkan Dejagah (29.) bereits beinahe ein Eigentor erzielt. Dies geschah erst kurz vor der Pause, als er im Kopfballduell mit Wolfsburgs Alexander Madlung als Letzter am Ball war und Wetklo im Mainzer Tor keine Chance ließ.

Erst nach der Pause kam Mainz besser ins Spiel und spielte nun selbst nach vorne. Es bedurfte indes eines Fouls von Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio an Ivanschitz, um auch zum Torerfolg zu kommen. Der Österreicher verwandelte selbst und gab den Startschuss zur Mainzer Schlussoffensive. Wolfsburg verlor vollends die Kontrolle über das Spiel und agierte fortan völlig verunsichert. Durch den eingewechselten Choupo-Moting nach Vorarbeit von Elkin Soto kam Mainz so noch zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich.