Wolfsburg (dpa) - Zurück blieben nur entsetzte Gesichter. Niemand beim VfL Wolfsburg konnte so recht erklären, warum das lange Zeit überlegene Spiel gegen Mainz 05 nur 2:2 (2:0) ausging.

«Ich habe auch jetzt noch keine Erklärung», sagte Wolfsburgs Trainer Felix Magath eine gute halbe Stunde nach Spielschluss. Zur Pause lag seine Mannschaft nach Treffern von Mario Mandzukic (10. Minute) und einem Eigentor von Jan Kirchhoff (41.) noch 2:0 in Führung. «Irgendjemand hat in der Halbzeit dann den Schalter umgelegt», meinte VfL-Routinier Hasan Salihamidzic.

Ein verwandelter Foulelfmeter von Andreas Ivanschitz (70.) brachte die Gäste wieder ins Spiel. Der eingewechselte Maxim Choupo-Moting (81.) machte den glücklichen Punktgewinn für die Gäste gegen in Angst erstarrende Niedersachsen perfekt. Zu allem Überfluss sah Makoto Hasebe beim VfL noch die Gelb-Rote Karte (85.). «Das Unentschieden ist verdient», analysierte der Mainzer Manager Christian Heidel angesichts der unterschiedlichen Halbzeiten.

Womit die Gäste gut leben können, ist für Wolfsburg viel zu wenig. Nur drei Punkte oberhalb der Abstiegsränge sind die Niedersachsen weit von den eigenen Ansprüchen - internationale Plätze - entfernt. «Wir sollten erstmal 20 oder 25 Punkte sammeln», sagte Salihamidzic. Aktuell sind es gerade einmal 17 Zähler und 21:30 Tore: So schlecht stand der VfL seit dem Aufstieg 1997 nach 15 Spieltagen noch nie da.

Dabei sah Wolfsburg gegen harmlose Mainzer vor 24 321 Zuschauern zunächst schon wie der sichere Sieger aus. «In der ersten Halbzeit haben wir alles vermissen lassen», klagte FSV-Coach Thomas Tuchel, der bereits vor Spielbeginn den ersten Rückschlag hinnehmen musste. Innenverteidiger Bo Svensson zog sich beim Warmmachen eine Adduktoren-Verhärtung zu und musste durch Kirchhoff ersetzt werden.

Der 21-Jährige erwischte einen rabenschwarzen Tag. Bereits nach zehn Minuten reagierte der Innenverteidiger nach einem verunglückten Rückpass von Zdenek Pospech wie auch Torhüter Christian Wetklo zu zaghaft. «Ich dachte, er geht hin. Er dachte, ich geh hin. Da ist das Kind in den Brunnen gefallen», beschrieb Wetklo die Situation. Mandzukic bedankte sich und vollendete zum achten Saisontor.

Fortan spielte bis zur Pause nur noch der VfL. Ja-Cheol Koo (23.) per Kopf, Mandzukic (25.) nach gelungener Koo-Vorarbeit und Christian Träsch (29.) per Fernschuss vergaben beste Chancen. Dazwischen hätte Kirchhoff nach einer Hereingabe von Ashkan Dejagah (29.) bereits beinahe ein Eigentor erzielt. Dies geschah erst kurz vor der Pause, als er im Kopfballduell mit Wolfsburgs Alexander Madlung als Letzter am Ball war und Wetklo im Mainzer Tor keine Chance ließ.

Erst nach der Pause spielte Mainz selbst nach vorne. Es bedurfte indes eines Fouls von Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio an Ivanschitz, um auch zum Torerfolg zu kommen. Der Österreicher verwandelte selbst und gab den Startschuss zur Mainzer Schlussoffensive. Wolfsburg verlor vollends die Kontrolle über das Spiel und agierte völlig verunsichert. Durch Choupo-Moting kam Mainz so noch zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 40,4 - 59,6

Torschüsse: 6 - 11

gew. Zweikämpfe in %: 55,1 - 44,9

Fouls: 15 - 18

Ecken: 6 - 3

Quelle: optasports.com