Lillehammer (dpa) - Dank des dritten Podestplatzes im dritten Saisonrennen hat Tino Edelmann das Gelbe Trikot des Gesamtführenden im Weltcup der Nordischen Kombinierer verteidigt.

Richtig freuen konnte sich der 26-Jährige über seinen dritten Rang hinter dem siegreichen Norweger Haarvard Klemetsen und Alessandro Pittin aus Italien am Samstag in Lillehammer jedoch nicht.

«Ich ärgere mich schon ein bisschen. Der Klemetsen läuft mir zehn Kilometer hinten auf den Skiern rum, ohne einmal zu helfen. Ich habe jeden einzelnen Meter von der Spitze weg alleine gekämpft. Am Ende bin ich auf der letzten Rille gegangen und konnte den Zielsprint nicht mehr mitmachen», schimpfte Edelmann.

Weil das Springen von der Normalschanze dem starken Wind zum Opfer fiel, wurde der provisorische Wettkampfsprung vom Vortag gewertet. Den hatte Edelmann mit 98,5 Metern gewonnen, so dass er 0,2 Sekunden vor Klemetsen als Erster in die Loipe ging. Gemeinsam mit dem Norweger und dem Österreicher Christoph Bieler, der kurz vor Schluss abreißen lassen musste, bestimmte er das Rennen von der Spitze weg.

Als Klemetsen 200 Meter vor dem Ziel attackierte, konnte Edelmann dann nicht mehr kontern und erreichte 8,6 Sekunden hinter dem Sieger, der zwei Zehntelsekunden vor Pittin lag, das Ziel. «Tino ist viel stärker gewesen als vergangene Woche. Aber wenn er im Neuschnee alleine vorneweg laufen muss, fehlen halt hinten raus ein paar Körner. Er hätte es verdient gehabt, zu gewinnen», sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Edelmanns Frust konnte der Coach gut nachvollziehen: «Wenn man so nah dran ist am Sieg, will man das Rennen natürlich nach Hause bringen.» Mit 220 Punkten baute Edelmann seine Weltcupführung weiter aus und durfte als Trostpflaster das Gelbe Trikot behalten.

Eric Frenzel als Sechster, Björn Kircheisen auf Rang sieben und der 19 Jahre alte Fabian Rießle als Achter komplettierten das glänzende Ergebnis für die DSV-Kombinierer. «Das freut mich besonders, vor allem für den Fabian Rießle. Er ist ja noch ein sehr junger Bursche. Den haben wir schön nach vorne gebracht», meinte Weinbuch.

Frenzel und Kircheisen unterstrichen nach dem verpatzten Saisonauftakt in Kuusamo, dass mit ihnen in diesem Winter zu rechnen ist. «Es war wichtig, dass sie vorne dabei waren. So sind wir in der Weltspitze breit aufgestellt. Das hat mir natürlich sehr gefallen», lobte Weinbuch.