Berlin (SID) - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich wie erwartet gegen eine Bewerbung um die Winterspiele 2022 ausgesprochen. Einer entsprechenden Beschlussvorlage des Präsidiums stimmte am Samstag in Berlin die DOSB-Mitgliederversammlung ohne Gegenstimme und mit nur vier Enthaltungen zu.

"Jetzt ist nicht der richtige Augenblick, den Hut in den Ring zu werfen. Es gibt zu viele Unabwägbarkeiten", sagte DOSB-Generalsekretär Michael Vesper. "Unsere Partner haben einen Anspruch darauf, dass jetzt nicht die Frage 'Ja oder Nein?" über Jahre hinweg wabert."

In der Aussprache vor der Abstimmung hatte es einen Änderungsantrag gegeben, der die entscheidende Formulierung "Sie (die Mitgliederversammlung, Anm. d. Red.) spricht sich aufgrund ihrer derzeitigen Einschätzung [...] dafür aus, von einer Bewerbung [...] abzusehen", streichen wollte. Dieser fand jedoch keine Mehrheit.

Allerdings lässt sich der deutsche Sport bis 2013 noch eine Hintertür offen. "Die Tür ist nicht zu", sagte Vesper im Hinblick auf die Formulierung "zum jetzigen Zeitpunkt". Zuvor hatten sowohl Bundespräsident Christian Wulff und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich dem DOSB ihre Unterstützung zugesichert, sollte er sich erneut bewerben.

München 2018 war vor allem aus sportpolitischen Gründen vor fünf Monaten am südkoreanischen Pyeongchang gescheitert. Diesmal stehen mit Blick auf 2022 vor allem die Ampeln der deutschen Politik auf Rot. Dem DOSB und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) würden 2013 bei Abgabeschluss der Bewerbung wegen eines Machtvakuums auf allen drei Ebenen die entscheidenden Zusagen der Politik fehlen: München wählt einen neuen Oberbürgermeister, Bayern einen neuen Ministerpräsidenten und Deutschland den neuen Bundestag.