Berlin (SID) - Bundespräsident Christian Wulff hat am Samstag im Kampf gegen Fangewalt eine gesamtgesellschaftliche Strategie gefordert. "Das Stadion darf nicht der Ort sein, wo man Gewalttätern die Chance gibt, in der Anonymität der Menge den eigenen Aggressionen freien Lauf zu lassen und Menschenleben zu gefährden", sagte Wulff auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): "Wir können Fanatismus, Gewalt und Ausländerfeindlichkeit nicht hinnehmen. Es braucht eine gemeinsame Anstrengung aller Akteure in unserem Land. Da dürfen wir den Sport nicht allein lassen."

Zudem sagte Wulff in seiner rund halbstündigen Rede einer erneuten Bewerbung um Olympische Spiele seine volle Unterstützung zu. "Es stünde uns gut an, bald wieder Ausrichter zu sein. Wann, das muss klug bedacht werden", sagte der 52 Jahre alte CDU-Politiker: "Sie haben mich auf ihrer Seite. Das wäre eine Chance Deutschland als weltoffenes Land zu präsentieren."

Eine Bewerbung 2022 rückt allerdings in weite Ferne. Der DOSB wollte am Samstag einen Beschluss verabschieden, in dem es heißt, von einer Bewerbung 2022 "zum jetzigen Zeitpunkt abzusehen". Auch Bundesinnenminster Hans-Peter Friedrich erklärte ein gründsätzliches "Ja" zu einer weiteren Bewerbung, überließ aber konkrete Planungen ebenfalls dem Sport. "Ich mische mich da nicht ein. Der Ball liegt im Feld des DOSB", sagte der CSU-Politiker.

Vor fünf Monaten war München mit seiner Bewerbung um die Spiele 2018 gescheitert. Der Zuschlag ging an das südkoreanische Pyeongchang, das bei seiner dritten Bewerbung erfolgreich war. Rückblickend auf die sportpolitisch bedingte Niederlage im südafrikanischen Durban erklärte Wulff: "Wir mussten echte Qualität als Verlierer zeigen."