London (dpa) - Die europäische Bankenaufsicht EBA in London veröffentlicht heute die mit Spannung erwarteten Ergebnisse des jüngsten Banken-Stresstests. Gleichzeitig wollen die nationalen Aufseher sowie die Banken individuelle Ergebnisse bekanntgeben.

Ermittelt wurde unter anderem, wie viel Geld den Banken fehlt, um auf eine Kernkapitalquote von neun Prozent zu kommen. Bis Ende Juni nächsten Jahres müssen sie diese Quote erreichen. Der Finanzbedarf der Geldinstitute wird auf mehr als 100 Milliarden Euro geschätzt.

Den deutschen Landesbanken dürften Europas Aufseher erneut Druck machen. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ist nach eigenen Angaben bei dem Test aus formalen Gründen durchgefallen, ähnlich könnte es Medienberichten zufolge der NordLB ergehen. Die EBA erkennt nach neuesten Vorgaben Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals nur an, wenn diese bis zum Stichtag 30. September 2011 vollzogen worden sind.

Sowohl bei der Helaba als auch bei der NordLB wird die bereits beschlossene Kapitalstärkung der Träger erst zum Jahresende wirksam. Der Helaba wird die EBA eine Kapitallücke von rund 1,5 Milliarden Euro attestieren, wie die Landesbank in Frankfurt mitteilte. Die Kluft der NordLB dürfte sich nach Informationen von «FTD» und «HAZ» auf 2,4 Milliarden bis 2,5 Milliarden Euro vergrößern.

In Finanzkreisen hatte es zuletzt geheißen, die deutschen Institute müssten sich insgesamt auf eine Kapitallücke von rund zehn Milliarden Euro einstellen, es könne aber auch noch etwas mehr werden. Das größte Loch von dem Vernehmen nach fünf Milliarden Euro wird bei der Commerzbank erwartet. Der Deutschen Bank fehlen nach früheren Angaben aus Kreisen drei Milliarden Euro, der DZ Bank 350 Millionen Euro. Bei den Landesbanken muss auch die LBBW mit einer Kapitallücke rechnen.