Frankfurt/Main (dpa) - Europas Währungshüter stemmen sich weiterhin gegen Forderungen nach einem quasi unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen der Euro-Schuldenstaaten.

«Das Programm läuft weder ewig noch ist es unbegrenzt», bekräftigte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, am Donnerstag in Frankfurt. Seit Mai 2010 steckte die Notenbank Milliarden in den Kauf von Staatsanleihen von kriselnden Staaten wie Griechenland, Portugal und seit einiger Zeit auf Italien.

Nach den letzten veröffentlichten Zahlen hat die EZB Staatsanleihen im Volumen von 207 Milliarden Euro in ihren Büchern. Weil damit Staatsschulden über die Notenbankbilanz finanziert werden, ist die Maßnahme umstritten. Etliche Ökonomen und Politiker fordern gleichwohl eine drastische Ausweitung der Käufe: Nur die EZB könne so verhindern, dass große Euro-Volkswirtschaften wie Italien und Spanien und damit der Euro insgesamt in Gefahr gerate.

Zeitreihe zum EZB-Leitzins

EZB zu Staatsanleihenkäufen

Rechtlicher Rahmen der EZB

EZB zu Notenbankintervention 30.11.2011

Rede Draghi im Europaparlament 1.12.2011