Zürich/Hannover (dpa) - Der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer, reduziert seinen Anteil an der AWD-Mutter Swiss Life und zieht sich aus dem Verwaltungsrat zurück.

Sein Ausscheiden aus dem Gremium des Konzerns, der AWD Ende 2007 übernommenen hatte, begründete Maschmeyer mit der monatelangen Kritik an seiner Rolle bei dem Beratungsunternehmen. «Ich möchte mit diesem Entschluss den unberechtigten Angriffen auf meine Person und auf AWD den Boden entziehen», erklärte er in einer am Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung der Zürcher Swiss-Life-Zentrale. Zuletzt gab es massive Vorwürfe wegen früherer Berater-Provisionen gegen AWD.

Maschmeyer kündigte zudem an, seinen Anteil an dem Schweizer Versicherer von etwas mehr als 5 auf weniger als 3 Prozent der Aktien zu senken. «Mit der Mandatsniederlegung und dem Anteilsverkauf sind die falschen Unterstellungen, ich würde operativen Einfluss auf den AWD nehmen, absolut gegenstandslos», sagte der AWD-Gründer.

Der Norddeutsche Rundfunk hatte in den vergangenen Monaten mehrfach kritisch über AWD berichtet. Berater sollen demnach vor und nach dem AWD-Börsengang im Jahr 2000 bei vielen vermittelten Fonds hohe Provisionen erhalten haben, ohne dies den Kunden mitzuteilen. AWD-Sprecher Béla Anda wies die Vorwürfe am Donnerstag erneut zurück. «Das ist eine kampagnenartige Inszenierung», kritisierte er. Gegen die Behauptung unrechtmäßiger Provisionen lägen inzwischen einstweilige Verfügungen bei drei Landgerichten vor.