Santos (dpa) - Die deutschen Handball-Frauen haben bei der WM in Brasilien den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale verpasst und müssen nun um die Olympia-Qualifikation bangen. Der EM-13. verlor nach einem über weite Strecken erneut sehr schwachen Spiel gegen Island mit 20:26 (12:13).

Franziska Mietzner (8/3) war einmal mehr beste Werferin der deutschen Mannschaft, die sich vor allem im Angriff deutlich steigern muss. «Die letzten beiden Spiele waren der Grund, warum wir von dieser WM im Sommer so weit weg waren. Wir haben versucht, das zu retten und haben einige Spielerinnen ausgetauscht. Die Frage ist wie wir alles mit der Liga durchorganisieren müssen», sagte Bundestrainer Heine Jensen und betonte aus athletischer Sicht: «Es sind nicht nur ein oder zwei Spielerinnen durchfallen, sonders fast die ganze Mannschaft.»

Nach der zweiten Niederlage im vierten Spiel braucht die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) zum Abschluss der Gruppenphase am Freitag (17.45 Uhr) gegen Afrikameister Angola einen Sieg zum sicheren Erreichen der K.o.-Runde. «Da müssen wir mit Selbstbewusstsein rangehen, denn wir sitzen schon fast im Flieger nach Deutschland», meinte Jensen.

Einen Tag nach dem 23:22-Zittersieg gegen China startete die deutsche Mannschaft konzentriert in ihre Mission Wiedergutmachung. Schnell hatte sich die DHB-Auswahl einen 11:4-Vorsprung (17.) erspielt. Dann wechselte Bundestrainer Heine Jensen fast die komplette Mannschaft aus. In der Folge lief nichts mehr zusammen. 1:9 Tore in den 13 Minuten bis zur Pause brachten die Deutschen mit 12:13 ins Hintertreffen.

In der zerfahrenen zweiten Halbzeit tat sich das DHB-Team weiter schwer gegen die zupackende und bewegliche Abwehr der Isländerinnen. Zudem bekam Torhüterin Katja Schülke fast keinen Ball zu fassen. Trotzdem erkämpfte sich die deutsche Mannschaft wieder ein 18:17 (47.). Doch das reichte nicht zum ersehnten Erfolg, weil sich die Fehler anschließend wieder häuften und Island auch dank vier Siebenmetern in Serie mit fünf Toren davonzog.