Auckland (dpa) - Treffer - versenkt: Per Strafeckentor in buchstäblich letzter Sekunde hat Jan-Marco Montag die deutschen Hockey-Herren bei der Champions Trophy in Neuseeland wieder auf Kurs gebracht.

Nach seinem Schuss zum 2:1 (1:1) über Großbritannien riss der Kapitän erleichtert die Arme hoch und ließ sich von den ganz in schwarz gekleideten Kollegen bejubeln. «Wir sind über die drei Punkte sehr glücklich. Dadurch hat die Truppe Selbstvertrauen getankt», sagte Montag nach seinem zweiten Turniertor, für das die frustrierten Briten noch den Videobeweis anforderten. Aber es blieb beim 2:1.

«Wir haben sicherlich glücklich gewonnen, es hätte auch andersrum ausgehen können», gab Bundestrainer Markus Weise nach dem überaus wertvollen Erfolg zu. Mit vier Zählern hat der Europameister nun als Tabellenführer der Relegationsrunde beste Chancen, das Spiel um Platz fünf zu erreichen, in dem sich nur der Sieger sicher für die Trophy 2012 qualifiziert. Andernfalls wären die Deutschen davon abhängig, vom Weltverband FIH eine Wildcard für die nächste Trophy zu erhalten, um nicht in der zweitklassigen Champions Challenge spielen zu müssen.

Allerdings war der Sieg über die Briten ein hartes Stück Arbeit. Martin Zwicker (4. Minute) brachte den Olympiasieger früh in Führung, die Glenn Kirkham (22.) ausglich. Drei Minuten vor Schluss wehrte Verteidiger Pilt Arnold einen Ecken-Schlenzer der Briten auf der Torlinie ab, ehe es auf der anderen Seite Montag quasi mit der Schlusssirene besser machte. «Die Jungs haben in der Defensive hart gearbeitet, offensiv waren wir heute nicht gerade am Limit», sagte Weise, der die Partie als «Gewürge» und nicht als «spielerischen Leckerbissen» bezeichnete.

Er konnte auch nur bedingt zufrieden sein, denn trotz Montags geglückten Versuchs ist die Bilanz mit nur diesem einen Tor aus 13 Strafecken immer noch miserabel. «Das liegt am Platz, der ist viel zu langsam», erklärte der Bundestrainer. Am Samstag (00.05 Uhr MEZ) im letzten Gruppenspiel der «Playdowns» gegen Pakistan, das 6:2 gegen Südkorea gewann, können seine EM-Champions es besser machen.