Bochum (dpa) - Nach der Festnahme eines mutmaßlichen islamistischen Terroristen in Bochum kontrolliert die Polizei weiterhin ein Wohnheim in der Nähe der Ruhr-Universität. Studenten, die das Gebäude im Wohn- und Einkaufszentrum Unicenter betreten wollen, müssen sich ausweisen, wie Augenzeugen sagten.

Beamte von Bundeskriminalamt und der Bundespolizei-Spezialeinheit GSG 9 hatten am Donnerstag in Bochum einen 27-Jährigen festgenommen, der Mitglied der sogenannten Düsseldorfer Zelle sein soll. Die Zelle wird der Terrororganisation Al-Kaida zugerechnet. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll der 27-Jährige im Frühjahr vom Kopf der Zelle für einen geplanten Anschlag rekrutiert worden sein.

Drei mutmaßliche Terroristen der «Düsseldorfer Zelle» waren bereits Ende April festgenommen worden. Zu der Gruppe gehörte nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft auch ein 19-jähriger Gymnasiast aus Bochum.

Bei der groß angelegten Polizeiaktion mit rund 150 Beamten am Donnerstag wurden insgesamt 18 Wohnungen und Ladenlokale in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Schleswig-Holstein durchsucht. Darunter waren die Wohnungen fünf weiterer Tatverdächtiger aus dem Umfeld des Beschuldigten.