Stettin (SID) - In Abwesenheit seiner größten Rivalen hat Schwimmstar Paul Biedermann den zehnten internationalen Titel seiner Karriere gewonnen. Der 24-Jährige aus Halle/Saale wurde zum Auftakt der Kurzbahn-EM im polnischen Stettin seiner Favoritenrolle über 400m Freistil gerecht und unterbot in 3:38,65 Minuten seine eigene Jahresweltbestzeit um fast zwei Sekunden. EM-Silber holte der Däne Mads Glaesner (+0,65) vor Lokalmatador Pawel Korzeniowski (+1,89).

"Das Rennen war sehr anstrengend, denn Mads Glaesner hat auf den zweiten 200 Metern noch einmal Druck gemacht", sagte Biedermann, den das aber eher motivierte: "Insgeheim hätte ich mir sogar eine noch schnellere Zeit gewünscht."

Biedermann hatte bei seiner erfolgreiche Titelverteidigung allerdings den Vorteil, dass seine größten europäischen Konkurrenten, der französische Langbahn-Europameister Yannick Agnel und der Russe Nikita Lobinzew, auf einen Start bei den 15. Kurzbahn-Europameisterschaften verzichten.

"Das ist schade, ich hätte mir schon mehr Konkurrenz gewünscht. Aber wenn sie nicht kommen wollen, kann ich es nicht ändern", sagte Biedermann, der auch über 200m Freistil zum Abschluss am Sonntag als klarer Gold-Anwärter ins Rennen geht. In den zwei wettkampffreien Tagen bis dahin wolle er sich "so gut es geht regenerieren", erklärte der dreifache WM-Dritte von Schanghai.

Anders als die meisten anderen deutschen Schwimmer hat Biedermann vor den Titelkämpfen das Training extra gedrosselt, um ausgeruhter und damit leistungsfähiger an den Start zu gehen. Biedermanns Freundin Britta Steffen (Berlin) schwimmt die EM dagegen aus vollem Training heraus und warnte deswegen vor zu hohen Erwartungen.