Stettin (Polen) (SID) - Die deutschen Schwimmstars Britta Steffen und Paul Biedermann haben zum Auftakt der Kurzbahn-EM im polnischen Stettin ohne Probleme ihre Vorläufe überstanden. Doppel-Olympiasiegerin Steffen erreichte über 100 m Freistil in 52,84 Sekunden als Zweitschnellste das Halbfinale am Donnerstagabend und war anschließend zufrieden.

"Ich bin weitergekommen, das war das Hauptziel", sagte die Berlinerin, die wie viele andere deutsche Athleten auch die EM aus dem vollen Training heraus schwimmt und vor zu hohen Erwartungen warnt. Medaillenhoffnungen darf sich auch Teamkollegin Daniela Schreiber (Halle/Saale) machen, die als Vorlaufvierte (53,31) überzeugte.

Auch Steffens Lebensgefährte Biedermann gab sich in Abwesenheit seiner größten europäischen Konkurrenten Yannick Agnel (Frankreich) und Nikita Lobinzew (Russland) keine Blöße. Der 24 Jahre alte Hallenser beendetet den Vorlauf über 400 m Freistil als Zweiter mit knapp einer halben Sekunde Rückstand auf den Dänen Mads Glaesner, den er auch im Finale auf der Rechnung hat. "Da werde ich gegen ihn kämpfen. Er ist jetzt mein Hauptkonkurrent", sagte Biedermann.

Steffen Deibler, der bei der Kurzbahn-EM im vergangenen Jahr in Eindhoven noch mit viermal Gold geglänzt hatte, erreichte über 50 m Freistil als 20. (22,22) nur mit Mühe und Not das Halbfinale. "Ich bin gar nicht vorbereitet auf die EM. Es wird nicht so gut wie letztes Jahr werden", sagte der Hamburger, der mit Vollbart schwamm.

Dorothea Brandt darf sich dagegen berechtigte Hoffnungen machen, ihren Titel über 50 m Brust erfolgreich zu verteidigen. Die Berlinerin schwamm im Vorlauf in 30,74 Sekunden die zweitschnellste Zeit.

Yannick Lebherz, Vorjahressieger über 200 m Rücken, zog als Fünfter (1:53,28) ebenso wie der Frankfurter Jan-Philip Glania (3./1:52,48) ins Finale am Freitagabend ein, allerdings dachte der Darmstädter über einen Startverzicht nach.

"Ich bin krank und muss mit meinem Trainer besprechen, ob es Sinn macht", sagte Lebherz. Von seiner Absage könnte der dreifache deutsche Meister Christian Diener (Potsdam/1:53,45) profitieren, der sich als Siebter zwar sportlich qualifiziert hatte, allerdings der "Nationenklausel" zum Opfer fiel.

Keine Qualifikations-Probleme hatte dagegen die 4x50-m-Lagenstaffel der Männer. In der Besetzung Diener, Eric Steinhagen (Essen), Steffen Deibler und Stefan Herbst (Leipzig) schwamm das deutsche Quartett in 1:35,52 Minuten als Zweiter hinter Russland locker ins Finale.