Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Standardwerte haben am Dienstag nach einer regelrechten Achterbahnfahrt mit schwächerer Tendenz geschlossen. Dagegen gingen Aktien aus der zweiten und dritten Reihe überwiegend fester aus dem Handel.

Der Leitindex Dax endete mit einem Verlust von 0,19 Prozent auf 5774,26 Punkten. Der MDax mittelgroßer Werte stieg hingegen um 0,33 Prozent auf 8586,85 Punkte, der TecDax kletterte um 1,02 Prozent auf 672,37 Punkte.

Nach festem Handelsstart war der Dax am Vormittag wegen der zunehmenden Scheu der Anleger vor Risiken ins Minus gerutscht. Hintergrund dazu sind anhaltende Sorgen um die Eurozone. Gute Ergebnisse der Anleihenauktion in Spanien sowie besser als befürchtete ZEW-Konjunkturerwartungen zogen das Börsenbarometer kurz darauf ins Plus. Am späten Nachmittag verlor der Leitindex jedoch wieder deutlich an Boden. Händler begründeten dies mit Berichten, wonach sich Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen eine Ausweitung der Haftungsobergrenze für den europäischen Rettungsschirm ESM ausgesprochen habe.

Nach Handelsschluss erwarten Marktteilnehmer den Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Experten gehen davon aus, dass die Währungshüter den Leitzins zwischen 0 und 0,25 Prozent belassen werden

Aktien der Commerzbank standen mit minus 4,58 Prozent auf 1,167 Euro am Dax-Ende. Händlern zufolge bleibt die Nervosität mit Blick auf die Finanzlage und das Rating der Bank groß. Eon-Titel sanken nach einer angekündigten Abschreibung über drei Milliarden Euro um 1,24 Prozent auf 16,790 Euro. Automobil-Aktien, die am Vormittag noch das Zugpferd der Erholung waren, bröckelten im Tagesverlauf merklich ab. BMW-Anteilscheine erhöhten sich um 0,82 Prozent auf 52,950 Euro, während Daimler-Papiere um 1,23 Prozent auf 32,655 Euro sanken.

Mit einem Plus von 2,43 Prozent auf 34,590 Euro waren die Titel des Düngemittelherstellers K+S Spitzenreiter im Dax. Marktbeobachter werteten dies als technische Erholung, nachdem das Papier am Vortag auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr gefallen war.

Bester Wert im MDax waren Kabel Deutschland, die von Übernahmespekulationen in der Branche profitierten und 4,36 Prozent gewannen. Tui kletterten um 2,48 Prozent, nachdem der Touristikkonzern beschlossen hatte, 33 Prozent seines verbliebenen 38-Prozent-Anteils an der Container-Reederei Hapag Lloyd zu verkaufen.

Der EuroStoxx 50 fiel um 0,37 Prozent auf 2260,98 Punkte. In Paris verlor der CAC 40 0,35 Prozent, während der Londoner FTSE 1,15 Prozent zulegte. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa 0,47 Prozent höher.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,65 (Vortag: 1,67) Prozent. Der Rentenindex Rex lag unverändert bei 130,41 Punkten. Der Bund Future stieg um 0,15 Prozent auf 136,74 Punkte. Der Eurokurs ist am Nachmittag weiter gesunken und lag zuletzt bei 1,3093 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,3181 (Montag: 1,3251) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7587 (0,7547) Euro.