Paris (dpa) - Der französische Atomkonzern Areva will angesichts erwarteter Verluste von rund 1,5 Milliarden Euro offenbar mehr als 1200 Stellen in Deutschland streichen. Entsprechende Medienberichte bestätigte am Montagabend die französische Gewerkschaft CGT nach einem Treffen mit dem Vorstand des Atomriesen.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Hinweis auf die CGT weiter berichtet, sei in Frankreich keine Stellenstreichung geplant. Jedoch sollten per Einstellungsstopp freiwerdende Arbeitsplätze in ähnlicher Höhe nicht mehr besetzt werden. Areva beschäftigte weltweit rund 48 000 Mitarbeiter, darunter bei der in Erlangen ansässigen deutschen Tochter.

Der zu 87 Prozent vom Staat gehaltene französische Areva-Konzern erwartet wegen außergewöhnlich hoher Wertberichtigungen im Minengeschäft einen operativen Verlust von 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro sowie auch der Folgen der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima die ersten tiefroten Zahlen seiner Geschichte. Der Aufsichtsrat hatte am Montag einen weitreichenden Sparplan, gebilligt, sich aber noch nicht zu Stellenstreichungen geäußert.